Das rasche Wachstum der Gemeinde an vielen Orten bleibt oberflächlich und angreifbar, einerseits aufgrund des Fehlens gut ausgebildeter Leiter, andererseits, weil viele ihre Positionen ausnutzen für weltliche Macht, persönliche Bereicherung sowie ein arrogantes Standesbewusstsein entwickeln. Daraus folgt, dass das Volk Gottes leidet, Christus entehrt und der Evangeliumsauftrag untergraben wird. Gemeinhin ist die vorgeschlagene erste Lösung des Problems die Leiterschulung. Zwar gibt es für Leiter immer mehr Schulungsprogramme unterschiedlichster Art, doch das Problem bleibt aus zwei Gründen bestehen.
1. Leiter darin zu schulen, christusgemäß und nach Gottes Vorgaben zu leben, ist der falsche Ansatz. Biblisch gesehen sollten nur die als Leiter berufen werden, in welchen bereits Grundvoraussetzungen reifer Jüngerschaft ersichtlich sind. Wenn heute viele Menschen in Leiterpositionen zu finden sind, die kaum Jüngerschaftserziehung genossen haben, gibt es keine andere Wahl, als die Grundschulung der Jüngerschaft in die Leiterentwicklung einzubinden. Wohl kann man sagen, dass das Ausmaß nicht christusgemäßer und weltlicher Leiter in der heutigen globalen Gemeinde der deutliche Beweis ist, dass in den letzten Generationen redaktionistischer Evangelismus, vernachlässigte Jüngerschaftserziehung und oberflächliches Wachstum stattgefunden hat. Die Antwort auf die Erfolglosigkeit der Leiter heißt nicht einfach mehr Leiterschulungen, sondern besseres Jüngerschaftstraining. Leiter müssen zuerst selber Jünger Christis sein.
2. Einige Leiterschulungsprogramme richten sich auf gebündeltes Wissen, Techniken und Fähigkeiten aus, unter Vernachlässigung eines gottesfürchtigen Charakters. Authentische christliche Leiter hingegen müssen wie Jesus sein und ein dienendes Herz, Demut und Integrität besitzen, sollen rein sein, nicht gierig, viel im Gebet verweilen, sich auf Gottes Geist verlassen und eine tiefe Liebe für Menschen empfinden. Des Weiteren fehlt in manchen Leiterschulungsprogrammen eine Schlüsselkompetenz, die Paulus in seiner Liste der Qualifikationen aufführt, nämlich die Fähigkeit, Gottes Volk das Wort Gottes zu lehren. Die Bibellehre ist von zentraler Bedeutung, Menschen zu Nachfolgern Jesu zu machen, und stellt den gravierendsten Mangel dar in den heutigen Gemeindeleitern.
A) Es ist unser Wunsch, dass in der Jüngerschaftserziehung größte Anstrengungen unternommen werden, neue Gläubige längere Zeit zu lehren und zu nähren. Nur so können die von Gott zu Gemeindeleitern Berufenen die biblischen Maßstäbe erreichen in bezug auf Reife und Pflichten des Dienens.
B) Wir erneuern unsere Verpflichtung, für unsere Leiter zu beten. Wir erwarten, dass Gott biblisch treue und gehorsame Leiter multipliziert, schützt und ermutigt. Wir beten, dass Gott Leiter zurückweist, entfernt oder zur Buße anhält, die seinen Namen entehren und das Evangelium diskreditieren. Und wir beten, dass Gott eine neue Generation jüngerschaftsgeschulter, dienender Leiter herausruft, deren größte Leidenschaft es ist, Christus zu kennen und ihm ähnlich zu sein.
C) Diejenigen von uns, die christliche Leiter sind, müssen unsere Schwachstellen erkennen und die Gabe der Rechenschaft innerhalb des Leibes Christi akzeptieren. Wir empfehlen allen Leitern, einer vertrauenswürdigen Gruppe gegenüber Rechenschaft abzulegen.
D) Wir fordern Seminare und all diejenigen auf, die Leiterschulungsprogramme durchführen, sich nicht nur auf Wissensvermittlung und Leistungserbringung auszurichten, sondern sich vermehrt auf das Geistliche und die Charakterbildung zu konzentrieren. Wir freuen uns von Herzen über alle, die das bereits tun, als Teil einer die „Gesamtperson“ umfassenden Leiterentwicklung.
From the Cape Town Commitment - Part 2, Section IID, 3




















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