Autor: Daniel Bourdanné
Datum: 02.09.2010
Category: Wohlstandsevangelium
Anmerkung der Redaktion: Dieser Vorabbericht zu Kapstadt 2010 wurde von Daniel Bourdanné verfasst und stellt eine Übersicht dar zum Thema „Armut, Wohlstand und das Evangelium", welches bei der Multiplexsitzung diskutiert wird. Stellungnahmen zu diesem Bericht durch die Lausanner globalen Gespräche werden an den Autor und andere Personen weitergeleitet und sollen dabei helfen, die endgültige Präsentation beim Kongress festzulegen.
Das Evangelium von Wohlstand und wundersamer Heilung findet Anklang, weil es glänzt. Von den USA bis Asien, von Lateinamerika bis Afrika entfaltet das Versprechen von materiellem Wohlstand und Gesundheit seine anziehende Wirkung auf Menschen. Wer kann sich – angesichts persönlicher Probleme, materieller Armut und Hoffnungslosigkeit - dem Glanz von Wohlstand, Heilung und persönlichem Wohlergehen aufgrund des Glaubens schon verschließen? Und es ist tatsächlich vorgekommen, dass verzweifelte Menschen ohne Hoffnung eine Veränderung des Lebens erfahren haben, weil die Bewegung des Wohlstandsevangeliums ihnen praktische Gründe für eine andere Sicht auf das Leben an die Hand gegeben hat, indem sie an sich glaubten. Das bedeutet, dass dieses „Evangelium" durchaus positive Resultate erzielen kann und nicht leichtfertig beiseite gefegt werden sollte.
Und doch sollte uns der große Erfolg dieser Theologie nicht vergessen lassen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Weil der Zweck eben nicht die Mittel heiligt. Diese Theologie mag erfolgreich scheinen, und doch müssen wir sie im Licht der Bibel betrachten. Dabei sollten wir es den Christen in Beröa nachtun, die „jeden Tag in den heiligen Schriften nachlasen, ob das ... auch zutraf" (Apg. 17,11).
Das ist nicht einfach, weil die Bewegung des Wohlstandsevangeliums keine klare, systematische, theologische Lehre hat und kein strukturiertes, logisches System, auf dem sich eine fundierte Kritik aufbauen ließe. Das ist populäre Massentheologie, die in hitzigen Predigten vermittelt wird. Selbst die schriftlichen Abhandlungen derjenigen, die sie lehren, haben diesen mündlichen, emotionalen Charakter, der die Massen anzieht. Auch das Internet spielt bei der Verbreitung eine wichtige Rolle. Trotzdem werde ich versuchen, einige wichtige theologische Aspekte zu untersuchen, die in Schriften und Predigten einiger der Hauptprotagonisten der Wohlstandsbewegung zu erkennen sind.
Die Sicht auf den Menschen
Das Wohlstandsevangelium sagt, dass der Mensch ein spirituelles Wesen hat – so wie Gott. Daher glauben seine Anhänger, dass Christen Ereignisse „herbeibefehlen" können, so wie Gott das kann und auch tut. Für sie ist der „Mensch ein spirituelles Wesen mit einer in einem Körper wohnenden Seele". Damit meinen sie, dass das „wahre innere Selbst" göttlich ist. Nach dieser Theologie liegt also der Unterschied zwischen Mensch und Gott nicht in der Art des Wesens, sondern im Grad des Könnens. Demnach sind wir „kleine Götter". Hagin sagt: „... wir leben in einem Körper, aber wir sind spirituelle Wesen". Idahosa aus Nigeria versteht das Bild von Gott im Menschen als „das kleine Leben, das Teil des Lebens selbst ist: Gott". Der Begriff des „Bildes Gottes" wird nicht analog interpretiert, sondern als direktes Äquivalent gesehen. Das Bild Gottes in Adam ist Teil von Gott selbst, nämlich Teil der Substanz Gottes, die er Adam bei der Schöpfung „implantiert" hat. Daraus folgt, dass beim Sündenfall der übernatürliche Teil Adams starb. Gottes Lösung für uns als Christen ist, dass dieser „tote Geist" wieder ein „lebendiger Geist" wird. Wenn wir nach Hagin spirituelle – geistliche – Wesen sind, dann ist unser Geist entweder „vom Wesen Gottes oder vom Wesen Satans". Hagin schreibt: „Adam gab Satan, was Gott vorher ihm gegeben hatte; deswegen hat Satan am Menschen und an der Schöpfung ein Eigentumsrecht. Beim Sündenfall ging Satans Wesen des Todes auf den Menschen über." Ganz offensichtlich ist diese Theologie eine Art Pantheismus.
George Amoako, Pastor einer Gemeinde in Abidjan, Elfenbeinküste, schreibt in seinem 1998 erschienen Buch Connais ta position en Christ, (Verstehe deine Position in Christus) über das Gespräch zwischen Gott und Mose (2. Mose 4): „Die prophetische Lektion, die Gott Mose vermitteln möchte, besagt, dass nach dem Sündenfall die Autorität den Besitzer gewechselt hat. Die dem Menschen bei der Schöpfung verliehene göttliche Autorität ist vom Menschen auf den Teufel (die Schlange) übergegangen, aber in Jesus Christus wurde sie wieder auf den rechtmäßigen Besitzer übertragen.”
Was hat es dann mit der Errettung auf sich? Laut Hagin musste Gott mit Satan einen „Deal" machen, um die Welt für sich zurückzugewinnen. Er musste Lösegeld zahlen – durch Christus. Und dadurch kann der Christ das Wesen Gottes erneut annehmen. Bekehrung bedeutet Wiederherstellung des göttlichen Wesens, das der Menschen verloren hat. Durch Heiligung entwickeln wir ein Bewusstsein dafür, was es heißt, Kind Gottes zu sein und verstehen unsere Position und unsere Rechte in Christus. Amoako schreibt: „Dieses Buch wurde geschrieben, um Kindern Gottes Offenbarungswissen und prophetisches Wissen zu bringen, damit sie sich ihrer wahren Position in Christus und ihrer Rechte bewusst werden.”
Hagin dazu: „Wenn das Annehmen ewigen Lebens bedeutet, dass Gottes Wesen in uns ist, bedeutet geistlicher Tod, dass das Wesen Satans in uns ist.”
Ist dieser Ansatz biblisch?
Nach der Bibel ist der Mensch kein in einem physischen Körper wohnender göttlicher Geist. An keiner Stelle in der Bibel wird der Mensch so beschrieben. In der Bibel ist der Mensch eine untrennbare Einheit von Körper, Seele und Geist (1. Thess. 5,23). Zwischen Körper und Geist besteht kein Widerspruch. Der aus Staub geschaffene Körper ist nicht das menschliche Wesen, und der Geist wird nicht in diesen Körper eingehaucht. Es ist die Kombination dieser Dinge, die den Menschen zu einem „lebendigen Wesen" macht (1. Mose 2,7). Menschen sind Staub und Odem, Körper und Geist.
Nirgends in der Bibel findet sich der Gedanke, dass der Mensch nach dem Sündenfall ein Geschöpf Satans wurde. Die Autoren der Bibel schreiben Satan keine Schöpfungskraft zu. Gott allein ist Schöpfer, und Satan hat keinerlei Macht, Dinge selbst zu erschaffen.
Wurde nach dem Sündenfall das Bild Gottes im Menschen zerstört? Nein! Es wurde verzerrt. Und verzerrt heißt nicht zerstört. Etwas Verzerrtes hört nicht automatisch auf zu existieren. Vielmehr ist es wie ein verbogener Pfeil, der nicht mehr ins Ziel findet. Und genau das meint Sünde: Das Ziel wird verfehlt. Auch nach dem Sündenfall bleibt der Mensch ein moralisches Wesen, anders als Tiere und Dämonen. Gefallene Menschen sind keine Dämonen, auch wenn sie von solchen besessen sein können. Sie tragen immer noch das Bild Gottes in sich, bleiben Bilder Gottes, auch wenn diese Bilder im Vergleich zu dem, was sie sein sollten fehlerhaft und verzerrt sind. Der Mensch wurde von Gott geschaffen, um uneigennützig zu lieben, und so bleibt er ein liebendes Wesen; aber Trennung von Gott durch Sünde bringt Egoismus in die Liebe hinein. Geschaffen, um Gott mit seinem Leben zu verherrlichen, wird die Fähigkeit zur Verherrlichung in andere Kanäle geleitet: zur Verherrlichung der eigenen Person. Der Mensch verfehlt das Ziel.
Hagin und andere entwickeln ein Konzept, das aus Menschen kleine Götter macht. Und das wirft wichtige theologische, philosophische und ethische Fragen auf. Wenn die Menschheit vor der Schöpfung göttlich war, wie war dann der Sündenfall möglich? Vielleicht durch den Körper, so könnten einige sagen. Aber der Körper ist nicht der einzige Teil, der nach dem Sündenfall starb. Theoretiker des Wohlstandsevangeliums sprechen selbst vom „Tod des Geistes". Aber wie kann ein göttlicher Geist sterben? Die Bibel sagt, der geistliche Tod sei eine Entfremdung des Menschen, den Gott „nach seinem Bilde" geschaffen hat, wobei das den Menschen nicht zum Gott macht. Der Mensch ist nach Gottes Bild geschaffen. Das bedeutet, dass seine Persönlichkeit die Persönlichkeit Gottes spiegelt – allerdings analog und nicht als direktes Äquivalent. Ontologisch gesprochen haben Mensch und Gott nicht dasselbe Wesen. Der Mensch hat nicht dieselben Eigenschaften wie Gott. Gott kann aus dem Nichts erschaffen, das kann der Mensch nicht. Gott ist unendlich, der Mensch ist ein endliches Wesen. Weil der Mensch bereits vor dem Sündenfall von seinen Emotionen beeinflusst war, hat er diesen nachgegeben – und gesündigt.
Der Mensch ist weder Gott noch Satan. Er ist Mensch, entweder mit einem „neuen Wesen" oder dem „alten Wesen". Selbst die Errettung durch Jesus Christus macht ihn nicht zum Gott. Er bleibt ein errettetes Geschöpf – besonders, aber nicht göttlich.
Ist Jesus ein „gerechtes" Opfer, das Gott – so wie diese Leute sagen – Satan angeboten hat? Nach Hagin musste Jesus „geistlich" und physisch sterben, um den Menschen von seinem „satanischen Wesen" nach dem Sündenfall zu erretten. Die „satanische Erschaffung Jesu" musste als gerechtes Lösegeld für Satan unter Qualen in die Hölle gehen. Und in der Hölle wurde „Jesus wiedergeboren". Weil er in der Hölle wiedergeboren wurde, triumphierte er über Satan. Christus hat sich sozusagen „juristisch" mit uns identifiziert, weil Gott durch sein Leiden in der Hölle Satans „Rechtsempfinden" Genüge getan hat. So müssen auch alle Gläubigen ihre Lebensgrundlage an Christus festmachen, indem sie durch den Glauben die Erlösung für sich in Anspruch nehmen.
Diese nicht biblische Theologie bringt den Gedanken ins Spiel, dass Christus doppelt sterben musste. Sie schlussfolgert logisch, dass der körperliche Tod Christi für die Errettung nicht ausreicht. Jesus erlitt vielmehr am Kreuz einen doppelten Tod, physisch wie geistlich. Diese Theologie rechtfertigt solche Lehre aufgrund einer Interpretation von Jesaja 53,8-10. Nach seinem physischen Tod am Kreuz nahm der Teufel Christus mit in die Hölle, wo dieser dann geistlich starb.
An keiner Stelle deutet die Bibel an, dass Jesus in der Hölle neu geboren wurde. Er hat nicht in der Hölle einen geistlichen Tod erlitten, und er hat auch kein satanisches Wesen, wie diese Lehre behauptet. Ganz im Gegenteil: Jesus hat körperliches Leiden ertragen (1. Petrus 4,1). Am eigenen Leib hat er unsere Sünden ans Kreuz ge- und dort ertragen (1. Petrus 2,24). Die Bibel verwendet an vielen Stellen den Begriff Blut und verwendet viele Elemente, die sich auf ein physisches Opfer beziehen: das Blut an den Türpfosten, das Blut des Lammes, das Blut der Reinigung etc. Im Hebräerbrief steht ganz klar: „Weil diese Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind, wurde Jesus ein Mensch wie sie, um durch seinen Tod den zu vernichten, der über den Tod verfügt, nämlich den Teufel. So hat er die Menschen befreit, die durch ihre Angst vor dem Tod das ganze Leben lang Sklaven gewesen sind.” (Hebr. 2,14.15)
Jesus hat den Teufel also am Kreuz besiegt und nicht bei einem Abstieg in die Hölle. Sein kostbares Blut ist es, das uns rettet. Jesu körperlicher Tod reicht völlig zur Rettung der Menschheit. Die Bibel spricht nicht davon, dass Christus geopfert wurde, um irgendeine rechtmäßige Schuld an den Teufel abzutragen. Der Tod Jesu ist nicht der Preis, der an den Satan gezahlt werden musste! In der Bibel ist sein Tod ein Opfer für Gott. Nicht im juristischen Sinne, keine Tilgung oder ein Lösegeld. Sondern ein Opfer der Liebe, gerichtet an einen gerechten und heiligen Gott, um „seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit Genüge zu tun“. Paulus schreibt im Epheserbrief: „Euer ganzes Leben soll von der Liebe bestimmt sein. Denkt daran, wie Christus uns geliebt und sein Leben für uns gegeben hat, als ein Opfer, das Gott gerne annahm“ (Eph. 5,2). Christus gab sich hin als Opfer für Gott, nicht für Satan (1. Tim. 2,5.6). Gott wäre ungerecht, würde er bei Satan irgendwelche Schulden abbezahlen. Denn Satan hat zwar Macht, aber er hat sie sich widerrechtlich angeeignet, und darum ist sie illegal. Die Zahlung von Lösegeld an eine illegale Autorität wäre also Unrecht. Im Kontext seiner übergeordneten Macht könnte der allmächtige Gott niemals ein Lösegeld zahlen, denn mit Lösegeld kauft man erobertes Land zurück, wenn man sich in einer schwächeren Position befindet bzw. wenn – im Idealfall – Gleichstand herrscht. Würde Gott Lösegeld an Satan zahlen, würde er damit Schwäche zugeben bzw. einen Gleichstand der Macht. Gott schuldet dem Satan absolut nichts. Über die Rettung der Menschen gibt es kein Abkommen zwischen Gott und Satan. Das „Projekt“ Errettung ist göttlich und nicht satanisch. Rettung kam durch Ersatz, dieser Gedanke zieht sich durch die gesamte Bibel. Im Alten Testament ist dies ein Tier, das makellos sein musste (3. Mose 4,3,23). Johannes nennt Jesus „das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt“. Durch sein sündloses Leben ist Jesus wie das Lamm, das Gott als wohlriechendes Opfer angeboten wird. Und dieses Opfer besänftigt Gottes Zorn.
Positives Bekenntnis und Glaube
Ist der Glaube eine Formel, die automatisch funktioniert, wenn wir sie benutzen? Hagin und seine Anhänger behaupten das. Für sie gibt es das „Gesetz des Glaubens“ als universelles Prinzip, das für jeden gleich gilt, Gläubige wie Ungläubige. Es ist ein unpersönliches Gesetz wie das Gesetz der Schwerkraft oder andere Naturgesetze. Hagin schreibt: „Dann erschien mir der Herr Jesus selbst [und sagte] ... wenn irgendjemand irgendwo diese vier Schritte geht oder diese vier Prinzipien umsetzt, wird er alles empfangen, was er von mir will oder von Gott dem Vater.“ Wie auch immer deine Beziehung zu Christus aussehen mag, wende das Gesetz des Glaubens an, und du wirst die entsprechenden Ergebnisse sehen. In diese Formel „kann jeder alles hineinlegen, was er will: Gesundheit, eine neue Arbeitsstelle, ein Haus, ein Auto - was immer man will”!
Für Anhänger des Wohlstandsevangeliums ist Glaube entscheidend für Gott und sein Handeln. Gott wird vorgestellt als ein Wesen des Glaubens. „Das Wort, das die Schöpfung entstehen lässt und erhält, ist ein Akt des Glaubens.“ Wenn der Mensch die von Gott vorgegebenen geistlichen Gesetze entdeckt, die das Universum am Laufen halten, kann er sie auch aktiv für die eigenen Zwecke einsetzen.
Wo bleibt in diesem Ansatz Gottes Souveränität und sein Wille? Gott ist keine unendliche spirituelle oder kosmische Macht, die die Welt regiert. Gott ist ein persönlicher Gott, der durch seine Gegenwart, seine Macht und seinen Willen herrscht. Gott hat es nicht nötig, sich gesetzlichen Prinzipien zu unterwerfen. Er ist nicht unpersönlich. Er ist kein vorherbestimmter Gott, nicht einmal seinem eigenen Wesen nach.
Die Einstellung, dass Menschen ihre Rechte einfordern, Gott Befehle erteilen, versuchen, ihn durch sogenannte geistliche Formeln und Techniken zu domestizieren, widerspricht meiner Ansicht nach dem biblischen Gedanken.
Die Behauptungen des Wohlstandsevangeliums tappen unterschwellig in die Falle des Deismus. In der Bibel ist der Glaube weniger eine Aktivität als vor allem eine Beziehung, die geprägt ist vom Vertrauen in eine souveränen und persönlichen Gott. Dieser Gott ist gegenwärtig und handelt, und das bedeutet, dass ein geschaffenes Wesen ihn nicht manipulieren kann.
Schnell wird klar, dass das Prinzip Hagins und seiner Anhänger traditionellen afrikanischen Riten sehr nahe kommt, bei denen es hauptsächlich darum geht, korrekte Formeln und korrekte Gebärden einzusetzen. In afrikanischen Gemeinden, die das Wohlstandsevangelium verkünden, fällt auf, dass Gebetsrituale wichtig sind. Mit einem Taschentuch wird apostolische Autorität weitergegeben. Kerzen, Salz und andere Objekte finden Verwendung. Zu bestimmten Gebeten gehören bestimmte Rituale, z. B. legt man eine Hand auf den schmerzenden Körperteil. Man muss sich an bestimmte Ge- und Verbote halten, fasten etc. Die Leiter dieser Bewegung verschreiben Dinge, die an animistische Riten erinnern. Will man z. B. zum Jahresanfang gesegnet werden, hört man: „Leg eine Hand auf diese Seite, die andere in den Nacken und sind das Lied: ‚Jesus hat die Welt überwunden und hat uns den Sieg gegeben, Sieg, Sieg, Halleluja.’ Wenn du das Lied gesungen hast, rufe sieben Mal ‚Amen’ – zur Ehre Gottes, der dich erhoben hat. Schau auf deine rechte Hand. Leg sie auf den Rücken. Sag dabei: ‚Heiliger Geist, ich habe mein Wunder bekommen.’ Bring deine Hand jetzt wieder nach vorne, als ob du loslaufen willst ... Ich rufe für 1992 und auch danach Gottes Segen auf dich herab, im Namen Jesu. Er gehört dir.” (The Christian Mirror, S. 53)
Bei einem Gebetstreffen in einer Gemeinde gab der „Apostel“ einer Frau, die zu einem Missionseinsatz aufbrach, ein weißes Taschentuch – um sozusagen seine Autorität auf sie zu übertragen. Personen, die ihren Zehnten mitgebracht hatten, wurden gebeten, sich vor der Kanzel niederzuknien. Sie sollten die Umschläge mit dem Geld hochhalten, damit der Prophet um einen hundertfachen Ausgleich beten konnte.
Die Bibel ermutigt nicht zu solch einem Einsatz von Ritualen. Wenn solche Praktiken die Norm werden, verfällt man leicht in einen Götzendienst.
Das eigentliche Problem liegt darin, wie hier Glaube verstanden wird. Für die Bewegung des Wohlstandsevangeliums ist Glaube Optimismus und Idealismus. Glaube reduziert sich auf positives Denken. Und das heißt zuallererst, dass man an sich selber glaubt. Das Unterbewusstsein wird in solch hohem Maße mit einem Wunsch infiltriert, dass daraus spirituelle Energie erwächst. Norman Vincent Peale sagt in seinem Buch Die Kraft des positiven Denkens (World’s work 1953): „Lesen Sie das Neue Testament ... Wählen Sie ein Dutzend der kraftvollsten Aussagen über den Glauben aus ... Lernen Sie sie auswendig. Lassen Sie diese Glaubensprinzipien in Ihr Bewusstsein dringen und wiederholen Sie sie immer und immer wieder ... Sie werden in Ihr Unterbewusstsein eindringen ... Dieser Prozess wird aus Ihnen einen Gläubigen machen.“ Nach Peale ist der Glaube eine Art „geistliche Krafttechnik“. Sie besteht aus „Glaube, positivem Denken, Glaube an Gott, Glaube an andere, Glaube an einen selbst, Glaube an das Leben.“ Er wirft den Glauben an Gott in einen Topf mit Selbstvertrauen, ohne zwischen beiden zu unterscheiden. Wenn man im Leben Erfolg haben will, muss man an sich selbst glauben. Das Problem mit dieser Art von Glauben ist, dass er mit dem biblischen Glauben nicht mehr viel zu tun hat. Biblischer Glaube ist kein die Realität verklärender Optimismus, keine Leichtgläubigkeit und keine Resignation. Biblischer Glaube schließt ein Objekt mit ein, bedeutet Glaube an jemanden, und dieser Jemand ist Gott. Biblischer Glaube bedeutet, Gott vertrauen und abhängig sein von ihm. Er basiert auf Gottes Eigenschaften, insbesondere auf seiner Treue. Gott ist ein persönliches Wesen, d. h. er existiert nicht nur, sondern verfolgt eine Absicht und hat einen Willen. Er möchte mit seinen Geschöpfen in Beziehung treten. Und er handelt gemäß diesem Beziehungsprinzip, nicht gemäß dem Prinzip einer universellen Kraft, die in Gang gesetzt werden muss. Gott ist nicht unser Sklave, sondern unser Herrscher, unser Herr. Er muss uns nicht gehorchen, auch wenn wir die richtigen Formeln haben. Der Mensch untersteht Gott, nicht umgekehrt. Gott gibt, was er möchte, wem er möchte und wann er möchte. Niemand kann ihm irgendetwas aufzwingen. Das positive Bekenntnis kann also gesehen werden als etwas, womit Menschen andere Menschen – und Gott – manipulieren. Gott lässt sich aber nicht manipulieren. „Unser Gott ist im Himmel, und alles, was er will, das tut er auch“ (Ps. 115,3)! „Dazu hatte Gott, der alles nach seinem Plan und Willen ausführt, uns von Anfang an bestimmt” (Eph. 1,11). Gott würde eine Manipulation seiner selbst nicht zulassen, nicht einmal durch die Formel „Im Namen Jesu“. Gibt es in dieser Lehre nicht den Aspekt, dass Gottes Name nicht missbraucht werden soll? Soll das dritte Gebot (2. Mose 20,7; 3. Mose 19,12; 5. Mose 5,11) nicht gerade diesen Missbrauch mit dem Namen Gottes verhindern? Die Praxis der Verkündigung des Namens Jesu ist wie Zauberei oder wie eine Weissagung, die Menschen und Dinge über den Namen kontrolliert. Aber der Name Jesu ist keine Zauberformel. Ihn anzurufen macht nur Sinn im Rahmen einer lebendigen Beziehung, deren Grundlage die Abhängigkeit von ihm ist. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Worum ihr in meinem Namen bitten werdet, das werde ich euch geben“ (Johannes 4,13). Dieses Versprechen gibt Jesus im Kontext einer Beziehung zu seinen Jüngern. Für Jesus gilt das gleichermaßen: Auch er kann nur behaupten, dass der Vater alle seine Gebete beantwortet, weil hier eine Beziehung besteht. Wir sollten auch beachten, dass – trotz dieser besonderen Beziehungen zum Vater – Jesus in seinen Gebeten nie überheblich ist. Er sagt: „Nicht mein Wille geschehe, sondern deiner.“ Positives Denken kennt dieses biblische Prinzip der Demut nicht. Positives Denken entwickelt im Herzen seiner Anhänger einen geistlichen Stolz und häufig auch eine Arroganz, die den Lebensprinzipien eines Dieners Gottes entgegensteht. Wir müssen uns daran erinnern, dass Gott verspricht, unsere Bedürfnisse zu erfüllen und nicht all unsere Wünsche. Bedürfnisse sind Dinge, die für Leben und Dienst notwendig und wesentlich sind. Wünsche sind dagegen das, was Stickereien an Kleidungsstücken sind: nicht immer nützlich. Wir verwechseln Bedürfnis und Wunsch. In manchen Fällen haben unsere Wünsche nur wenig mit unseren wirklichen Bedürfnissen zu tun. Gott kann ihre Erfüllung verweigern, weil das sicherer für uns ist oder weil wir etwas lernen sollen. Wenn ich mir wünsche, dass eine Concorde in einem Dorf landet, dann wird Gott mir diesen Wunsch vielleicht nicht erfüllen, selbst wenn ich positives Denken entwickele.
Gott erfüllt auch keine Bitten, die im Gegensatz zu seinem Wort stehen. Daher müssen wir einen sorgfältigen Blick auf unsere Bitten werfen, bevor wir sie Gott vorlegen. Manchmal machen wir Fehler, die durch diesen genauen Blick zutage treten. Es kann sein, dass wir im Gebet, dieser Beziehung zwischen Gott und uns, durch positives Denken zu einer Schlussfolgerung kommen, die eine bestimmte Gefahr birgt, sollte Gott ihre Erfüllung verweigern. Denn das könnte zu Depressionen und Zweifeln führen. Die meisten Menschen, die an diese Lehre glauben, haben diese schmerzliche Erfahrung machen müssen. Einige haben Depressionen entwickelt, andere eine Psychose. Wieder andere haben ihren Glauben in Frage gestellt und haben als Erklärung für dieses unbeantwortete Gebet nach Sünde in ihrem Leben gesucht, ja manchmal sogar Sünde erfunden.
Was ist mit dem biblischen Begriff der Gnade? Die Theologie des positiven Denkens scheint zu besagen, dass alles aus dem Glauben heraus kommen muss. Denkt man diesen Gedanken zu Ende heißt das ja, dass der Mensch durch den Glauben die Kontrolle hätte über universelle geistliche Gesetze und die Welt an sich. Jeder, selbst ein Nichtchrist, könnte durch Anwendung dieser „geistlichen Gesetze“ alles erhalten, was er oder sie sich wünscht. Das erweckt bei mir den Eindruck, dass Gnade überhaupt keine Rolle mehr spielt. Gnade ist aber der Kernpunkt des Bundes, den Gott mit uns Menschen geschlossen hat. Ohne Gnade gibt es keine Erlösung. Alles, was wir von Gott erhalten, auch unser Glaube, kommt aus der Gnade Gottes und ist Ausdruck dieser Gnade. Nicht Glaube ist die Voraussetzung dafür, dass Gott in unserem Leben handelt, sondern Gnade. Als wir noch Sünder waren, arbeitete Christus an uns durch seinen Heiligen Geist. Der Heilige Geist hat uns berührt und Glauben an Jesus Christus hervorgebracht. Glaube ist also Gnade Gottes. Glaube ist eine Reaktion des Gehorsams auf Gott. Christen, die die Bedeutung und das Ausmaß der Gnade erkennen, leben in völliger Abhängigkeit von Gottes Willen. Sie überschätzen sich nicht. Sie merken: Alles, was sie von Gott erbitten, wird nur durch Gnade und Barmherzigkeit erfüllt. Eine weitere Gefahr der Lehre des positiven Bekenntnisses ist daher, dass sie die Gnade nicht anerkennt. Sie legt die Macht in die Hände des Menschen. Im Leben eines Christen spielt die Gnade nur eine Nebenrolle, und das positive Denken macht den Menschen zu Gott, was der biblischen Lehre widerspricht.
Der Mensch bleibt das von Gott geschaffene Wesen, das unfähig ist, etwas aus dem Nichts zu erschaffen. McConnell hat recht, wenn er das Wohlstandsevangelium als eine Bewegung beschreibt, die das Geschöpf erhöht anstatt den Schöpfer. Der Begriff des „kreativen Glaubens“ verunglimpft die Dreieinigkeit. In welcher Hinsicht? Wir wissen, dass nur Gott der Schöpfer ist. Dieses Vorrecht findet in der Dreieinigkeit seine Bestätigung: Gott, der Vater, als alleinige Quelle der Schöpfung (1. Mose 1,1; Neh. 9,5.6; Ps. 90,2; Jes. 44,24; Jer. 32,17); der Sohn als alleiniger Bevollmächtigter der Schöpfung (Joh. 1,3; Kol. 1,16; Hebr. 1,2); und der Heilige Geist als alleiniger Ausführender der Schöpfung (1. Mose 1,2; Hiob 26,13; 33,4; Ps. 104,30; Jes. 40,12).
Der Mensch produziert, erfindet und tut Dinge unter Verwendung dessen, was Gott bereits geschaffen hat. Schöpfung aus dem Nichts ist ausschließliches Vorrecht Gottes. Die Behauptung, der Mensch könne durch „kreativen Glauben“ selbst Dinge erschaffen, verunglimpft die Dreieinigkeit.
Die Lehre der göttlichen Heilung
Die Bibel berichtet häufig von Heilungen. Einige geschahen durch Jesus, andere durch die Jünger in der apostolischen Zeit. Auch heute heilt Gott Menschen, göttliche Heilung ist also eine moderne Realität. Gott beweist weiterhin Gnade und demonstriert seine Macht, indem er hier und da Menschen auf spektakuläre oder weniger spektakuläre Weise heilt.
Aber können wir der Theologie des Wohlstandsevangeliums folgen, die behauptet, jeder könne geheilt werden, wenn er oder sie nur glaubt? Die Bewegung verkündet, dass Jesus durch seine Wunden all unsere Krankheit auf sich nahm (Jesaja 53). Einige ihrer Anhänger lehnen jegliche medizinische Behandlung ab. Medizin wird als satanisch angesehen. Krankheiten kommen vom Teufel und sind daher geistlich zu sehen und nicht körperlich, und so würde man auch mit einer medizinischen Behandlung dem Teufel folgen.
Der Gedanke, Gott müsse jede Krankheit heilen, ist schlicht und ergreifend realitätsfern. Der Psalmist sagt zwar, dass „er all unsere Gebrechen heilt“ (Ps. 103,3), er sagt aber nicht, dass Gott all unsere Gebrechen heilen muss. Dieser Vers beginnt mit den Worten „Er vergibt all unsere Schuld“. Der Schreiber des Psalms ermutigt sein gesamtes Wesen, Gott zu loben und zu preisen für die erwiesene Güte, und so zählt er alles auf, was Gott in seinem Leben getan hat. Es gibt ausreichend Beispiele für Menschen, die Christus leidenschaftlich nachfolgen, die in ihrem Leben die Früchte des Heiligen Geistes erleben und die trotzdem große gesundheitliche Probleme haben. Sie sterben, lassen Familien zurück, Gemeinden und Organisationen, Brüder und Schwestern im Glauben. Diese Lehre leugnet also den Inhalt der Bibel, denn auch hier finden sich viele Treue, die krank waren und nicht geheilt wurden. Paulus selbst spricht von dem „Stachel im Fleisch“. Er betete um Heilung, aber Gott sagte ihm: „Lass dir an meiner Gnade genügen“ (2. Kor. 12,7-9). Timotheus litt häufig unter gesundheitlichen Problemen, die Paulus mit dem Rat kommentierte, er solle etwas Wein trinken (1. Tim. 5,23). In Milet ließ Paulus den Trophimus krank zurück (2. Tim. 4,20). Epaphroditus wurde so krank, dass er fast gestorben wäre (Phil. 2,27). Alle drei waren Männer des Glaubens, daran hatte auch Paulus keinerlei Zweifel. Er gab ihnen gute Empfehlungen für Gemeindeleiter. Und doch litten auch sie unter Krankheiten. Manchmal mussten Gläubige mit einer Krankheit leben, so wie Timotheus. Paulus hat sicherlich für diese Männer gebetet, und doch wurden sie nicht geheilt. Paulus empfahl Timotheus Wein als Medizin, und man weiß, dass Wein gut für die Verdauung ist. Paulus hat hier nicht seine Gabe der göttlichen Heilung eingesetzt, sondern einen medizinischen Rat erteilt. Nun kann man nicht davon ausgehen, dass die Ursache für die gesundheitlichen Probleme des Timotheus in Sünde zu suchen wäre. Paulus hätte ihm nicht die Leitung einer Gemeinde anvertraut, wenn dies der Fall gewesen wäre. Trotz seiner Jugend überträgt Paulus ihm Verantwortung, und das hat sicherlich mit den unbestreitbaren Qualitäten seines geistlichen Lebens.
Krankheit ist eines der körperlichen Male, das Christen auch weiterhin werden ertragen müssen. Mit der Leugnung von Krankheiten verwirft das Wohlstandsevangelium die wichtige eschatologische Dimension der Heilung. Jesaja 53,4.5 sagt ganz deutlich: „Durch seine Wunden sind wir geheilt.“ Wir sollten aber nicht vergessen, dass unsere Errettung in Jesus Christus „schon greift, aber noch nicht vollkommen ist“. Wir sind gerettet, und unser Leben ist mit Christus in Gott geborgen, aber wir leben immer noch in einer gefallenen Welt und tragen in uns die Folgen des Sündenfalls. Unser Körper ist noch nicht verherrlicht. Wir sind errettet zu einem Leben ohne Sünde, und doch sündigen wir immer noch, bekennen Sünden und empfangen Vergebung – jeden Tag.
Jeder von uns erlebt Krankheit - je nach Sichtweise mal mehr, mal weniger stark. Müdigkeit ist eine Form von Krankheit, die mit Schlaf behandelt wird. Müdigkeit kann aber auch zum Tode führen. Und wir wissen, dass selbst die Verkündiger des Wohlstandsevangeliums nach einem stressigen Tag der „geistlichen Kampfführung“ erschöpft sind. Ist der Grund dafür Sünde? Eine weitere weit verbreitete Krankheit ist das Alter mit allem, was dazu gehört. Jeder Mensch macht diese Erfahrung. Unsere Zellen verschleißen, schrumpfen, verlieren Energie und sterben. Das betrifft Christen ebenso wie alle anderen. Das Neue Testament sagt, dass wir mit Christus gestorben und auferstanden sind. Warum müssen wir dann trotzdem mit Müdigkeit und Alterungsprozessen leben, die doch Hinweis für unseren immer noch vergänglichen Körper sind?
Wir sind geheilt, aber jetzt noch nicht. Das ist das Paradox, in dem die Schöpfung und mit ihr alle Geschöpfe leben. „Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes ... sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft: die Erlösung unseres Leibes” (Römer 8,19-24).
Wir sind auf Hoffnung hin gerettet, und wir warten auf die herrliche Offenbarung unserer Rettung, wenn der Urheber unserer Heilung wiederkommt. Die Heilungen, die durch Jesus und seine Jünger geschehen sind und auch die, die heute noch geschehen, sind die „Erstlingsgaben“ der allumfassenden Heilung, die am Ende der Tage in allen Gläubigen durch Jesus stattfinden wird. Wir leben im Reich Gottes. Es „ist schon hier, aber noch nicht ganz.”
Die Lehre des Offenbarungswissens
Hier gibt es innerhalb der Bewegung Unterschiede. Einige Lehrer verdammen die extreme Haltung, die „Offenbarung“ über die Bibel stellen will. Im Wohlstandsevangelium wird verkündigt, dass Wissen durch Offenbarung aus dem persönlichen Bibelstudium heraus kommt (Hagin und Copeland). Sie sagen zwar, dass die Bibel die Quelle aller Offenbarung ist, die Fakten sagen jedoch etwas anderes: Direkte und persönlich zugesprochene Offenbarungen werden mit der Bibel auf eine Stufe gestellt.
Kann die persönliche Offenbarung, selbst wenn sie vom Heiligen Geist kommt, sich mit der Bibel messen lassen? Das Wohlstandsevangelium unterscheidet zwischen „Offenbarungswissen“ und „Empfindungswissen“ (Kenyon). Letzteres wird als minderwertiger angesehen. Es ist begrenzt und keine Möglichkeit zur Erkenntnis Gottes. Also müssen wir darüber hinausgehen und nach „Offenbarungswissen“ streben, denn nur das kann „den Hunger des Menschen nach Gott stillen“. Nur das gibt Zugang zur geistlichen „Realität“. Dieses „Offenbarungswissen“ ist übernatürlich und ermöglicht dem Menschen, die Grenzen seiner Sinne zu überschreiten, um so die Vereinigung mit dem Grenzenlosen zu erreichen. Der Mensch muss seine physische Umgebung vollständig dominieren. Christen müssen lernen, ihre körperlichen Sinne zu verneinen und über sie hinauszuwachsen, als würden sie auf einem Weg der permanenten Offenbarung wandeln. In dieser Transzendenz kann der Mensch Gott in diesem Leben ganz erkennen. Die Lehre sagt, dass dieses vollständige Erkennen solange möglich ist, wie Menschen „Offenbarungswissen“ erreichen können. Der menschliche Geist muss sich dem nur öffnen.
Solche Behauptungen schaffen unter Christen eine bestimmte Hierarchie. Man kann leicht unterscheiden zwischen „Superchristen“ - die das Offenbarungswissen schon empfangen haben – und anderen, die als weniger geistlich angesehen werden. Diese Klassifizierung kann häufig in Versammlungen beobachtet werden, bei denen diese Theologie verkündigt wird. Die manchmal Apostel genannten Supergeistlichen werden verehrt, manchmal sogar vergöttert. Sie werden als „Mensch gewordene Götter“ gesehen, die durch ihr Wissen göttliche Qualitäten erlangen. Andere Christen werden eher so betrachtet, dass sie diese Stufe erst noch erreichen müssen.
Schlussfolgerung
Ich habe versucht, einige der theologischen Fragen zu behandeln, die gestellt werden müssen, wenn wir von der Bewegung des Wohlstandsevangeliums sprechen, um nicht Gefahr zu laufen, sie ganz außen vor zu lassen. Ich hoffe, dass diese Gedanken zu weiteren, tiefgehenden Gedanken zu diesem Thema führen werden, das eine der wichtigen theologischen Fragen unserer Zeit bleiben wird. Aber wir sind auch aufgerufen, in unserem Nachdenken demütig zu bleiben, denn auch in Gemeinden, die diese Theologie verkünden, gibt es Menschen, die den Herrn kennen, ihn lieben und ihm von ganzem Herzen dienen.
Kurze Bibliographie
B. BARRON. The Health and Wealth Gospel (Das Wohlstandsevangelium), IVP, 1987. I. CARLANDER. Les stars de Dieu (Die Stars Gottes), Plon, 1990. K. COPELAND. Prosperity : The Choice is Yours (Wohlstand: Du hast die Wahl), Kenneth Copeland Publications, 1985. K. E. HAGIN. Müssen Christen leiden? München, Wort des Glaubens, Christliches Zentrum 1984. B. IDAHOSA. I Choose to Change (Ich entscheide mich für Veränderung), London : Highland Books, 1986. B. IDAHOSA. “Predigt des Monats”, The Christian Mirror (Der christliche Spiegel), vol.1, n° 6, 1992. W.F. KUMUYI. How to Receive Your Divine Healing (Wie man göttliche Heilung empfängt), Yaba, Lagos, Zoe Publishing Company, 1976. D.R. McCONNELL. A Different Gospel (Ein anderes Evangelium), Hendrickson Publishers, 1988. E.M. OKWORI. Godliness for Gain (Frömmigkeit für Geld), 1995. O. ROBERTS. Unleashing the Power of Praying in the Spirit! (Die Kraft des Gebetes im Geist freisetzen) Harrison House, 1993. C. S. STORMS. Healing and Holiness (Heilung und Heiligkeit), Presbyterian and Reformed Publishing Co., 1990. R. TILTON. God’s Laws of Success (Gottes Gebote für Erfolg), Word of Faith, 1983.
© The Lausanne Movement 2010
Deutsch Translation by: LGC_Translation
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Vereinigte Staaten von Amerika
I appreciate you for being bold to speak to enlighten and empower the people of God. Many of things issues I have seen up close, and once it has taken hold, within the life of those seeking a word of hope; it is hard to get them to see anything else. Coming from the West coast of the USA, to the East coast; I am able to witness those so easily taken in by such a gospel.
09.07.2012
Vereinigte Staaten von Amerika
Like you, I believe that the power of the Holy Spirit in activity with creation is a transformational part of ministry. I resonate with what you say in your opening comments: "And indeed in some contexts, despairing people without hope have had their lives changed, because the Prosperity movement has given them practical reasons to see life differently by believing in themselves. This means that this “gospel” can produce positive results and should not be brushed off lightly."
We do not want to throw out the gifts of the Holy Spirit for the Church today because of the misuse of some. Particularly where people have such desperate needs for hope, why wouldn’t God act so demonstrably with His children? But it’s about Him, not us, that’s the difference.
Thanks, Daniel.
18.10.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
@ OrdinaryCommunity:
There is no question as to if there is a providential or prosperity message in the gospel. The trouble or problem is the motive behind the message of prosperity or God’s providential movements in the lives of man. To a person suffering in some shape, form, or fashion; a
word of hope is what they long for, and their progress may be the result of believing in themselves more. This would be a psychological response over a spiritual. The one thing we are not doing; is examining the motive behind what we are hearing.
09.07.2012
Vereinigte Staaten von Amerika
Thank you for this paper. It helps to see where some of the "prosperity gospel" proclaimers are coming from. It is hard to argue with some of what they proclaim, but after reading this paper, it is more clear as to how they come by their message. I find it difficult to teach about God’s blessings and not fall into the trap of the "prosperity gospel" I guess we have to teach that all blessings are not materialistic or financial.
Another question I have is what about "bad days." Does that mean you are not pleasing God when things don’t go right. If you are sick, are you sinning? What a terrible way to go through life.
11.12.2011
Vereinigte Staaten von Amerika
@ brucec:
many people during bibical times had the idea that sickness and what was seen as bad was the result of sin. I hope that most christains today have a better understanding of God and man to understand that things we see as bad often God turns into good, and many times those bad things are results of bad deceisions we make, not God.
22.04.2012
Vereinigte Staaten von Amerika
@ brucec:
Due to the various perceptions taught in today’s generation, it is sometimes difficult to illustrate the goodness of God. But this is the very reason why Paul wrote telling Timothy to be diligent studying the word. There are those in this day and time proclaiming half-truths (lies).
09.07.2012
Vereinigte Staaten von Amerika
@ willie_williams:
Indeed there were those who were under the belief the bad (those things they considered as bad) were due to the sin committed by someone in the family structure. Or, even the sinful act they have accomplished. There are those in this generation thinking the same way; locked in thought, or oppression by the idea of not being able to overcome their present position. This is one of those reasons why we are to go forward proclaiming the truth. This means we are to spend time in study; assuring we are studying and proclaiming the truth.
09.07.2012
Vereinigte Staaten von Amerika
This paper is awesome in its authority, in such a time as this. especially living in the United states and working among the minority community, where the prosperity doctrine is preached almost every sunday. This paper presented useful information by tackling the though questions and answering them. It is helpful with by brining light into many areas of understanding about healing, prosperity and other matters discussed in the paper. i think its a distortion of the all sufficient Christ, that what ever we want we can have, just think positive. give me the old time religion where i can pray his will be done. Excellent paper.
12.10.2010
Australien
Merci beaucoup pour votre article qui explique clairement les sources de ce mouvement. Comme c’est facile de dissoudre la Parole de Dieu a notre avantage! C’est triste que tant de personnes de par le monde sont attires par cette fausse interpretation d la Bible.
12.10.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
Brother Daniel.........this was my first reading of any materials on this subject and I found your content interesting. I appreciate that you provided me with enough information that gave me reason to further explore and better understand the pitfalls and misleadings of this worldwide movement that seems in just one area to diminish God’s grace, sovereignty, dominion, love and supreme authority over ALL of creation. This reminds me of Paul’s time and ever since then, those who deny the divinity, authority and power of Jesus Christ.
thank you brother Daniel.......... In Christ, David
04.10.2010
Benin
Cher frère Daniel, j’ai lu avec grand plaisir votre article. Tout ce qui brille n’est pas or. L’Evangile de la prospérité est comme un cercueil qui brille extérieurement mais qui contient un corps sans vie et pourri. L’Evangile de la prospérité pose d’énormes problèmes et vous avez fourni l’effort d’en enumérer plusieurs.
Ce qui est grave à mon avis, c’est que cette théologie trouve un terrain fertil en Afrique. L’arrière plan culturel africain, la situation sociale nourrie par la pauvreté et l’immaturité dans la foi en Jésus-Christ disposent les Africains aux idéaux de la théologie de la prospérité.
Par conséquent, en plus des descriptons que nous pouvons faire de l’Evangile de la propérité pour ressortir ses faiblesses, il nous faut d’avantage refléchir sur les moyens de la combattre. N’oublions pas que nos frères et soeurs n’ont pas un niveau de formation biblique et théologique élevé. A cet effet, je crois que nous avons besoin d’une éducation théologique pour tous. Elle exige que l’on ouvre les portes des institutions de formation théologique en Afrique à tous en créant des programmes de formation dans nos langues locales. Autrement dit, nous devons créer les conditions d’accès à la formation biblique et théologique aux membres du corps du Christ quel que soit leur niveau intellectuel.
Merci et que Dieu vous bénisse!
BANGBADE I. François (Bénin)
30.09.2010
Australien
Thank you Daniel for this very interesting article. I am also concerned about the rising of the prosperity movement and the way that faith is used as a formula and God is manipulated as a spiritual force. However I see the rising of the prosperity movement as a reaction to conservative Christianity. When Christians become so focused on academics that the Holy Spirit is removed of His manifest power and presence in the church there will be a reaciton and sometimes that reaction will contain distortions of truth. Even though I don’t agree with Prosperity doctrine what I do like is the way that I am challenged by this movement to exercise my faith that Jesus does heal today, that he has come to give us abundant life and also that we are participants of the divine nature (2 Peter 1:4). Maybe when the church rises up in renewal this will bring correction to and grace filled unity with those who advocate the prosperity doctrine?
21.09.2010
Nigeria
@ Karina_Kreminski:
Karina, Your response reflects the kind of thoughtful and balanced discussion of the prosperity gospel that we need. There are positive things about this movement that we must acknowledge while challenging the weaknesses.
21.09.2010
Südafrika
Daniel,
Thank you for your hard work on the paper. I see you are based in the UK, but my guess is that you still work into Africa. For those of us working in both Africa and Europe it is an issue.
The difficulty, of which you are aware, is needing to address the whole problem of a ’prosperity gospel’ while not tarring growing churches with the same brush.
It may be that there are churches that some readers/hearers would categorise as being in the prosperity camp, but who would be horrified to hear it suggested that they thought Jesus had a ’satanic nature’ or that they believe in pantheism, or believe they are ’little gods’, and using medicine is ’following the devil’ etc etc.
I’m not denying that some folk may have believed these things and I certainly agree with you that such propositions are not scriptural.
But, perhaps it would be better to direct a paper at a few high profile exponents of this ’prosperity/positive thinking’ gospel and release people from the temptation to label churches or movements. You would also have accurate quotes and sources that aren’t as easy to dismiss.
And maybe you should focus at one or two of the key, more popular issues, such as positive confession and giving, for example, rather than a broader range of topics.
Some of the other material, though hugely important, if still taught, may not be the presenting issues for most believers who encounter this kind of teaching.
But well done on tackling a tough issue! I was relieved to know that you also assert, ’God still heals people today. So divine healing is a modern reality.’
Thank you for staying balanced!
Your brother,
Lex
21.09.2010
Nigeria
Dear Daniel, I find it difficult to understand some of your points especially the quotes you are making. Since you did not identify the sources except for their names, it is difficult to verify your claims about them.
However, Jesus said: ’Ye are gods!’
20.09.2010
Kanada
I agree, Daniel - I’m not sure what else to add.
15.09.2010
Grossbritannien
@ Julia_L:
Thank you for your comment.
16.09.2010
Nigeria
Here are a couple of comments on this fine article.
Over the last few years, I have had a growing uneasiness with the many formulas we have created. “If you do these seven things, you will get your prayers answered.” “If you take these nine steps, you will prosper.” Upon greater scrutiny I have discovered that there are very few formulas in the Bible. Rather, it is filled with general principles that take wisdom to apply in various situations. Formulas promote legalism and ritualism and, as the author suggests, they also encourage manipulation and the depersonalization and automation of God. That is not the view of God we read in the Bible.
With regards to positive confession, it seems to me that this is ultimately deception which is somewhere near the core of all sin. Jesus is the epitome of truth (John 8:32; 14:6).We tell a person he is healed but he still limps away from the service. That is not the kind of healing that Jesus did. Though it is true that faith has an unknown element about it “being sure of what we hope for,” it also has an element of reality about it, “certain of what we do not see.” Faith is only genuine when there is a certainty behind that which is unseen. One of the most troublesome things about positive confession is that it denies reality to the point of being dangerous. One of my friends who is HIV positive refused to take anti-retroviral drugs because to do so would be to admit she was sick and that would be contrary to positive confession.
The prosperity gospel has a kernel of truth in that it promotes a holistic gospel. However, the theological issues raised in this article must be seriously addressed if the proponents are to develop a Biblical focus on prosperity.
09.09.2010
Grossbritannien
@ Danny_McCain:
Thank you for your contribution. I wish the conversation will help to address some of the issues.
16.09.2010
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