Autor: Paul Joshua Bhakiaraj
Datum: 29.07.2010
Category: Leiterschulungen
Anmerkung der Redaktion: Dieser Vorabbericht zu Kapstadt 2010 wurde von Paul Joshua Bhakiaraj verfasst und stellt eine Übersicht dar zum Thema „Lokale Leiter in der Globalen Gemeinde“, welches bei der Multiplex-Sitzung diskutiert wird. Stellungnahmen zu diesem Bericht durch die Lausanner globalen Gespräche werden an den Autor und weitere Personen weitergeleitet und sollen dabei helfen, die endgültige Präsentation beim Kongress festzulegen.
Und er [Jesus] ... ruft zu sich, die er wollte. Und sie kamen zu ihm, und er bestellte zwölf, damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende zu predigen ... Markus 3,13-15
... und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren. 2. Tim 2,2
Eine bleibende Priorität für die Gemeinde
Von Anfang an hat die Gemeinde erkannt, wie wichtig Leiter sind und wie wichtig auch kontinuierliche Förderung von Leitern ist. Markus berichtet, dass Jesus „die Zwölf” auswählte, sie schulte und sie mit einem Auftrag versehen aussandte. Auch Paulus war für viele Menschen das, was man heute einen „Mentor” nennt. Einer von ihnen war Timotheus, der wiederum selbst auch Leiter für die Gemeinde förderte. Diese auf unterschiedliche Art und Weise umgesetzte Praxis hat zweifellos zum Wachstum der Gemeinde über Jahrhunderte hinweg beigetragen.
In jüngster Zeit ist erneut betont worden, wie wichtig Leiter sind bzw. die Förderung ihres Dienstes. Beim Lausanner Kongress 1974 wurde ein richtungweisendes Dokument erstellt: die Lausanner Verpflichtung. Artikel 11 beschreibt den festen Entschluss des Kongresses folgendermaßen: „... Daher bejahen wir den Grundsatz der Eigenständigkeit und streben an, da jede Gemeinde einheimische Leiter hat, die christlichen Führungsstil verwirklichen, der sich nicht im Herrschen, sondern im Dienen zeigt. ”[1] Auch das Manifest von Manila von 1989 folgte dieser Tradition eines reflektiven und engagierten Evangelikalismus und erklärte in Bekräftigung 12: „Wir bekräftigen, dass Gott der ganzen Kirche und jedem ihrer Glieder die Aufgabe übertragen hat, Christus in der ganzen Welt bekannt zu machen. Wir sehnen uns danach, dass alle Laien und Ordinierten zu dieser Aufgabe aufgerufen und für diese Aufgabe ausgebildet werden.”[2] Wir stehen an einer entscheidenden Wegmarke der Geschichte der Gemeinde, und Kapstadt 2010 tut sicherlich gut daran, noch einmal zu betonen, wie wichtig Leiter sind, und wie dringlich diese feierliche Verantwortung für die Förderung des Leitungsdienstes ist. Anhand von drei Punkten hofft dieses Papier, den Kongress genau darin zu unterstützen. Erstens durch erneute Bekräftigung von Berufung und Wesen des Leitungsdienstes; zweitens durch Klärung des momentanen Kontextes und drittens durch Aufzeigen einiger Herausforderungen und Möglichkeiten für lokale Leiter der globalen Kirche.
Leitungsdienst in Gemeinde & Mission
Ein gesunder Leitungsdienst ist entscheidend wichtig für ein erfolgreiches Funktionieren und das Vorankommen der Gemeinde. In der christlichen Geschichte finden sich unzählige Beispiele eines visionären Leitungsdienstes. Einige dieser Leiter, z. B. Bischof Polykarp von Smyrna und Bischof Cyprian von Karthago taten ihren Dienst im zweiten Jahrhundert in Zeiten der Bedrohung und trugen so zum Erhalt der christlichen Gemeinschaft bei. Andere, wie der Evangelist John Sung Anfang des 20. Jahrhunderts in China und Bischof V. S. Azariah ungefähr zur gleichen Zeit in Indien, taten ihren Leitungsdienst innerhalb großer Erweckungsbewegungen. Ein Blick auf die weltweite Gemeinde zeigt: Auch heute setzen Männer und Frauen ihre Leitungsgaben effektiv ein – zur Ehre Gottes und damit zum Bau der Gemeinde.
Gleichzeitig muss man zugeben, dass das Gegenteil ebenso zutrifft. Ineffektiver Leitungsdienst hat von der Gemeinde einen hohen Preis verlangt. Nahezu jede Analyse von Problemen, denen sich die Gemeinde gegenübersieht, nennt ineffektiven Leitungsdienst als eine der großen Schwachstellen. Im New Delhi World Inquiry Report: Evangelising Our World Inquiry (Neu Delhi Welt-Untersuchtungsbericht: Untersuchung zur Evangelisierung unserer Welt), erstellt unter der Schirmherrschaft des Lausanner Forums für Weltevangelisation 2004, sehen wir zum Beispiel, dass „der Mangel an effektivem Leitungsdienst” eines der Haupthindernisse für Evangelisation ist.[3] Und als ob das nicht schon alarmierend genug wäre, zeigen die im gleichen Bericht aufgezeigten und damit zusammenhängenden Hindernisse Nebeneffekte, die Anlass zu großer Sorge geben. Daraus ergibt sich, dass Leiter die Schlüsselfiguren sind; mit ihnen steht und fällt das Zeugnis der Gemeinde. Also muss unser Nachdenken über Mission und Gemeinde sich sehr bewusst mit der Rolle und Bedeutung von Leitern und ihrem Dienst auseinander setzen.
Weithin besteht, zumindest innerhalb der „evangelikalen Abteilung” der Gemeinde, ein allgemeiner Konsens darüber, dass jeder Christ dazu berufen ist, andere ‚zu Jüngern zu machen’. Dass aber zur Erfüllung dieser Berufung notwendigerweise die Ausübung eines Leitungsdienstes gehört, wird nicht so verstanden, wie es eigentlich nötig wäre. Wenn sich Leitungsdienst und Mission überhaupt überschneiden, dann meist in der Wahrnehmung bestimmter Verantwortungsbereiche, als Nachfolger einer offiziellen Position in einer Organisation/einem Unternehmen. Die Auffassung, dass Leitungsdienst sich nur auf eine spezielle Position bezieht, beinhaltet, dass zum Leitungsdienst generell die Ausübung von Autorität über andere gehört.
In der Bibel finden wir jedoch eine völlig andere Vision. So beauftragt in Matthäus 28 der auferstandene Jesus seine Jünger mit Mission. Er weist sich aus als derjenige, dem „alle Macht” gegeben ist. Ausgehend von dieser Vorstellung seiner selbst lädt er dann die Jünger dazu ein, „alle Völker zu Jüngern” zu machen. Gefolgt wird diese Aufforderung von dem Versprechen, dass er bei ihnen sein wird „alle Tage bis an der Welt Ende”. Hierbei muss beachtet werden, dass alle Autorität allein Jesus Christus und nicht uns Menschen gehört. Matthäus 28 liefert keinen Hinweis darauf, dass ein Leitungsdienst in Mission mit der Ausübung von Autorität verbunden wäre. Im Gegenteil: Der Hinweis, den wir finden, lautet, dass alle Autorität Christus gehört, und dass es diese Eigenschaft ist, in der er uns dazu beruft, alle Völker zu Jüngern zu machen. In der christlichen Mission ruht „Autorität” allein in Christus, nicht in der Erfahrung des Missionars, in seiner wirtschaftlichen Macht oder seinem theologischen/technischen Scharfsinn. Wir sind nicht zur Autorität berufen, sondern dazu, Partner dessen zu sein, der jetzt als Sieger dasteht über Sünde, Tod und Teufel – Christus. Leitungsdienst in Mission übt daher also keine Autorität aus, sondern steht vielmehr unter der alles durchdringenden Herrschaft Christi, dessen Berufung sie mit Dankbarkeit und Gehorsam erfüllt.
Matthäus 28 erklärt weiter, dass wir, die wir berufen sind, Menschen zu Jüngern zu machen, eingeladen sind, dies zu tun, indem wir neue Gläubige taufen und sie zum Gehorsam anleiten gegenüber den Geboten Christi und seines Reiches. Diese beiden präzise beschriebenen „Aktivitäten” decken zwar nicht den gesamten Begriff Mission ab, sind aber doch ein wichtiger Teil dieser Berufung. Zu der Wahrnehmung dieser und anderer Verantwortung, die Mission ausmachen, gehört ganz klar der Leitungsdienst, der aber eher einen guten Einfluss ausübt anstatt diktatorischer Autorität. Mit dem biblischen Gedanken eines Leitungsdienstes, den die globale Gemeinde heute so dringend wieder einfordern muss, sind „nationale Leiter” gemeint, „deren christlicher Leitungsstil von Dienst und nicht von Dominanz geprägt ist.”
Christlicher Leitungsdienst meint also tatsächlich, der Leiter agiert als Diener. Diese Auffassung und praktische Realisierung eines dienenden Leitens stammt nicht vom Management-Guru und Autor Robert Greenleaf.[4] Im Gegenteil: Sie ist ein Aspekt des einzigartigen Beitrags Jesu zu menschlichen Beziehungen und zur Gesellschaft. In seinem Leben und seinem Dienst lehrte und lebte er eine gänzlich neue Welt von Leitung und Dienst. Er zeigte, was es heißt, zu leiten und gleichzeitig zu dienen, was es heißt, zu dienen und gleichzeitig zu leiten. Wenn wir dem Lebensstil folgen, den Jesus uns gelehrt hat, werden wir zweifelsohne einen guten Einfluss auf Menschen ausüben und somit ein Leben als Diener führen, was das Reich Gottes gleichsetzt mit einem Leben als Leiter.
Wenn jeder von uns dazu berufen ist, andere zu Jüngern zu machen, und das sind wir, dann ist auch jeder dazu berufen, dienend zu leiten – unter der Autorität Christi. Wenn mit Leitungsdienst lediglich eine bestimmte Position verbunden wird und/oder die Ausübung von Autorität, dann werden nur wenige sich dafür qualifizieren. Fasst man jedoch Leitungsdienst als Möglichkeit auf, positiven Einfluss auf Menschen auszuüben, und zwar auf allen Ebenen, dann ist Leitungsdienst für jeden. Wenn jeder von uns sich bemüht, andere mit dem Reich Gottes bekannt zu machen, dann ist es für die Gemeinde unerlässlich, dass jeder dieser „Jüngermacher” seine Rolle als Leiter auch einnimmt und ausfüllt, aber als Leiter, der/die so dient, wie Christus es vorgemacht hat. Die Gemeinde und die Welt brauchen dringend Leiter, die dienen und Diener, die leiten.
Neue Realitäten des Christentums im 21. Jahrhundert
Für unsere Zwecke möchte ich kurz drei hervorstechende Auswirkungen nennen. Wenn das Christentum durch das massive Wachstum in der Mehrheitswelt neu konfiguriert wird, bedeutet das zunächst einmal, dass das Christentum des 21. Jahrhunderts durch einen gesunden Polyzentrismus charakterisiert wird. Rom und/oder Canterbury und/oder Colorado Springs können nicht länger als führende “Repräsentanzen” des Christentums betrachtet werden. Um dieser neuen Realität namens Welt-Christentum gerecht zu werden, müssen wir Buenos Aires, Chennai, Lagos, Nairobi, Santiago, Seoul, Shanghai und anderen Orten einen gleichberechtigten, wenn nicht sogar wichtigeren Platz einräumen. Denn in diesen Städten bzw. ihrem Hinterland hat das Evangelium tiefe Wurzeln geschlagen und weit reichende Veränderungen im Leben von Menschen angestoßen. Von hier aus breitet es sich zu Bevölkerungsgruppen aus, die bisher nur wenig Berührung mit dem Christentum hatten und führt zu massiven Veränderungen im bisherigen Erscheinungsbild der Gemeinde. Wir sehen zum Beispiel, dass Mission nicht notwendigerweise eine Bewegung vom „Westen zum Rest der Welt” ist, sondern „von überall nach überall”.[5] Brasilianische Missionare arbeiten in Afrika; afrikanische Missionare in Großbritannien; indische Missionare in den USA; koreanische Missionare in Zentralasien; philippinische Missionare in den Golfstaaten – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Wenn dieser Polyzentrismus Kennzeichen der neuen Ära ist, führt das zu meinem zweiten Punkt; einem gesunden Pluralismus. Damit meine ich nicht, dass christliche Theologie relativistisch wird und zulässt, dass ihre Inhalte von der Kultur bestimmt werden. Im Gegenteil: Ich meine, dass, ungleich dem Vorgehen in früheren Zeiten, das Evangelium nicht von einem westlich geprägten Bild repräsentiert wird und dass christliche Geschichte nicht von einem westlichen Meistererzähler angeführt werden kann, weder in politischer, noch wirtschaftlicher oder theologischer Hinsicht. Vielmehr wird es, in dem Maße, wie das Evangelium in verschiedenen lokalen Kulturen und Traditionen Wurzeln schlägt, weltweit zu einer Vielfalt von Ausdrucksformen kommen, die nicht nur exotisches Beiwerk sind, sondern grundlegend für das Verständnis und die praktische Umsetzung. Echte christliche Spiritualität wird in vielen unterschiedlichen Formen ihren Ausdruck finden, die die Gemeinde weltweit bereichern werden. Solch ein gesunder Pluralismus wird tatsächlicher der Vision näher kommen, die wir in Offenbarung 7,9 finden. Die große Menge, die wir dort sehen, besteht aus Menschen aller Rassen, Sprachen und Nationen. Diese herrliche Vielfalt wird aber in der Anbetung Gottes ein vereinigtes Ganzes werden.
Der dritte Punkt ist die Tatsache, dass die Beziehung zwischen Christentum und Kultur durch vielfältige Muster gekennzeichnet sein wird. So war zum Beispiel das von der westlichen Christenheit übernommene Modell überwiegend das konstantinische. Hier bestand eine enge Beziehung zwischen Kirche und Staat, die der Kirche viel Macht und viele Privilegien verschaffte. Von dieser „hohen Kanzel” herunter verkündete die Kirche das Evangelium. Das Weltchristentum dagegen richtet sich nach einem völlig anderen Modell – dem des dienenden Christus, der in der Gesellschaft und mit den herrschenden Mächten lebt, sie anspricht und herausfordert, allerdings nicht aus der überlegenen Position von Macht und Privilegien heraus, sondern aus der verletzlichen Position der Machtlosigkeit. Das Gesicht des Christentums wird erkannt an seiner tiefen und echten Spiritualität, die auch in widrigen Umständen nicht nachlässt. Das wird sich besonders in drei speziellen Bereichen zeigen. Erstens wird jede Studie ganz klar zeigen, dass die große Mehrheit der wachsenden Gemeinden wirtschaftlich arm ist. Zweitens werden trotz bemerkenswertem Wachstum die Christen in der Mehrheitswelt eine gesellschaftliche wie politische Minderheit bleiben. Drittens wird – wie aktuelle Entwicklungen zeigen – diese arme Minderheit heftiger religiöser Verfolgung ausgesetzt sein. Die wachsende Gemeinde in der Mehrheitswelt wird sich daher mit diesen ihr auferlegten Realitäten auseinandersetzen müssen. Aus dieser Begegnung mit Armut, Minderheitenstatus und Feindseligkeit werden sich neue Muster christlichen Engagements in der Gesellschaft entwickeln müssen.
Lokale Leiter in einer globalen Gemeinde
Wenn also, wie aufgezeigt, nicht weniger als eine Neukonfiguration des Christentums ansteht und unser Kontext nicht nur von großen, sondern von wirklich umwälzenden Veränderungen gekennzeichnet sein wird, vor welchen Möglichkeiten und Herausforderungen stehen dann die Leiter von Gemeinde und Mission im 21. Jahrhundert? Wie können lokale Leiter ihren Dienst in dieser globalen Welt ausüben? Sicherlich werden die Antworten auf diese Fragen sehr unterschiedlich ausfallen, weil sie von Christen in ihrem jeweiligen ganz speziellen Kontext erarbeitet werden müssen – weltweit. Aber eins steht fest:: Die Antwort der Gemeinde wird nicht nur die aktuelle Realität beeinflussen, sondern auch den Weg nachfolgender Generationen. Wenn nun unsere Verantwortung an dieser Stelle so folgenschwer ist, müssen unsere Antworten theologisch gesund und missiologisch effektiv sein. Denn wenn unsere Theologie und unsere Missiologie ihren biblischen Wurzeln und damit sich selbst treu bleiben sollen, dann muss unsere gesamte Theologie missiologisch fokussiert und unsere gesamte Missiologie theologisch verankert sein.[6]
In dem vorliegenden Versuch, diese gewichtigen Fragen anzusprechen, möchte ich kurz einige Auswirkungen der drei vorhin beschriebenen Beobachtungen auf den einheimischen Leitungsdienst schildern. Die erste bezieht sich auf den gesunden Polyzentrismus, der das weltweite Christentum des 21. Jahrhunderts kennzeichnet. Wenn Gott auf der ganzen Welt große Taten tut, dann können lokale Leiter sich darauf verlassen, dass unsere Unfähigkeit (oder sogar unsere Fähigkeit), unser Mangel an Ressourcen (oder sogar unsere Ressourcen), unser Mangel an Macht und Privilegien in seiner mächtigen Hand verändert und so zu wertvollen Werkzeugen für seinen Dienst werden können. Wir erleben, dass der Geist Gottes das, was wir haben oder auch nicht haben, benutzen kann, um sein großes Ziel zu erreichen. Das Wachstum der Gemeinde in der Mehrheitswelt belegt das. Die Entstehung von vielfältigen „Zentren des Christentums” liefert den Beweis für diese Wahrheit. Es ist Gottes Werk, und wie Jesus in Matthäus 16,18 ganz richtig sagt: „Ich werde meine Gemeinde bauen”, so erleben wir, wie sich dieses Wort erfüllt.
Dies sollte in uns als Leitern auf der ganzen Welt Vertrauen schaffen. Viel zu lange waren wir abhängig von externen Vermittlern und externen Ressourcen, die Form und Weg missionarischer Leidenschaft und missionarischen Engagements bestimmten. Viel zu lange war unser Missionsbewusstsein von anderen übergestülpt bzw. kam aus zweiter Hand. Aber – Dinge verändern sich! Durch Gottes wunderbares Wirken befinden wir uns inzwischen genau im Zentrum dieses seines Wirkens. Wir können zuversichtlich behaupten, dass unser missionarisches Engagement und unsere Leidenschaft für Mission nicht zwangsläufig von externen „Aufsehern” und „Experten” vorgegeben oder kontrolliert wird, sondern dass Motivation und Wegführung in einer persönlichen Liebe zu Gott und einer Abhängigkeit vom Heiligen Geist liegen. Unsere Erfahrungen mit und Fachwissen über Mission sind direktes Ergebnis unserer Beziehung zu Christus. Die aus einer solchen Erkenntnis resultierende Zuversicht sollte uns in die Lage versetzen, die Geschichte des Wirkens Gottes in unserem Leben, unserer Gemeinde und unseren Ländern zu respektieren und wertzuschätzen. Wir müssen erkennen, dass unsere Geschichten denselben Stellenwert haben wie alle anderen. Unsere Geschichten sind nicht weniger wichtig und kein weniger bedeutsames Anschauungsmaterial für Gottes machtvolle Taten. Wir müssen nicht kontrolliert und ausgebremst werden von dem, was andere immer als „akzeptierte Vereinbarung” gesehen haben. Vielmehr können wir unter der Leitung des Heiligen Geistes – und hier muss klar sein, dass es nicht unsere eigene Genialität ist, sondern wirklich göttliche Bevollmächtigung - zuversichtlich nach vorne gehen, um der Welt im Namen Christi und seines Reiches zu dienen.
Die zweite Auswirkung betrifft einen gesunden Pluralismus, den wir überall in der weltweiten Gemeinde finden. Viel zu lange ist der christliche Glaube als westliche Religion betrachtet worden, die von Leitern, Institutionen und Geld im und vom Westen geleitet wird. Tatsächlich ist dies als einer der Hauptgründe für die Untauglichkeit dieser Religion für den Rest der Welt angeführt worden. Das Christentum des 21. Jahrhunderts ist jedoch ein farbenfroher Teppich, gewoben aus vielen unterschiedlichen ethnischen, kulturellen und linguistischen Strängen, die die weltweite Gemeinde beiträgt. Diese geistlich tief verwurzelten und kulturell relevanten Ausdrucksformen des christlichen Glaubens sind Opfer, die die weltweite Gemeinde Gott darbringt als Dank für seine überfließende Güte und Gnade. Sie sind Loblieder für den Dreieinigen Gott der Bibel. Das bringt uns zu der Aussage, dass das Christentum zunehmend zum Weltphänomen wird, nicht nur aufgrund seiner Präsenz, sondern vielmehr aufgrund seiner Pluralität – ethnisch, linguistisch und kulturell. Und das ist wirklich ein Grund zum Feiern!
Solch eine Pluralität sollte Kreativität freisetzen. Einigen erscheint Kreativität als „weltliche” Eigenschaft, die mit Gemeinde und Glauben wenig zu tun hat. Ein genauer Blick in die Bibel zeigt jedoch, dass Kreativität ihren Ursprung in Gott hat. Wer sich intensiv die Schöpfung ansieht, kann sich dieser Tatsache kaum verschließen. Aber das ist nicht alles. Als Gott dem Menschen die Verantwortung für seine Schöpfung übertrug (1. Mose 1,28; 2,15), gehörten zu den Gaben, die er ihm gab, auch Freiheit und Kreativität. Sie sollten im Dienst für Gott eingesetzt werden, damit durch sie etwas entsteht, das Gott gefällt und ihn verherrlicht. Wir wurden mit Kreativität ausgestattet, um eine Kultur zu schaffen, die Gott verherrlicht. Bei dem Begriff Kultur denken manche sofort an die Gefahren des Synkretismus. Sie vermeiden kulturelles Engagement aus Angst, sie könnten dadurch „kontaminiert” werden. Viel zu lange ist dies der Fluch der Gemeinde gewesen. So wie Petrus in Apostelgeschichte 10 eine tiefgreifende Umkehr erlebt, so müssen auch wir verändert werden, damit wir uns wirklich auf Menschen und Kulturen so einlassen, dass sie für Christus gewonnen werden können. Der demographische Wandel, den wir in der weltweiten Kirche sehen, muss energischer ergänzt werden durch eine tiefe Veränderung ihrer kulturellen Ausdrucksformen. Eine solche Kreativität wird dazu führen, dass sich unser Glaube in unserer jeweiligen Kultur „Zuhause” fühlt und gleichzeitig sicherstellen, dass wir in der Welt „Pilger” bleiben
Die dritte oben aufgeführte Beobachtung betrifft die vielfältigen Muster christlichen Lebens und christlicher Präsenz, die wir in der Welt finden. Wenn wir uns in der Welt umschauen, werden wir erkennen, dass das Christentum des 21. Jahrhunderts eine große Bandbreite an Modellen für christliches Leben und christliche Präsenz zeigt, von denen die meisten nicht dem früher üblichen, von oben übergestülpten Ansatz folgen; eher scheint sich das „Veränderung-kommt-von-unten”-Modell der frühen Gemeinde als allgemeines Merkmal durchzusetzen. Denken wir an die am schnellsten wachsenden Gemeinden der Welt, die chinesischen. Für die für ihre Toleranz notwendigen politischen Absprachen finden sich in Vergangenheit und Gegenwart nur sehr wenige Parallelen. Und doch wachsen und gedeihen trotz all dieser Schwierigkeiten sowohl die offiziell anerkannten als auch die Untergrundgemeinden. Während Gott in China seine Gemeinde baut, wird die Art und Weise, wie chinesische Christen ihr Glaubensleben und ihre Präsenz gegenüber den politischen Machthabern gestalten, einzigartig sein. Daraus folgt, dass China der Welt viel zu geben hat – jetzt und auch künftig.
Dieses Erkennen vielfältiger Muster auf der ganzen Welt, sollte uns als Leiter ermutigen, eine teure Nachfolge zu predigen und zu leben. Vielleicht war die allzu nette Beziehung zwischen Kirche und Staat der Grund dafür, dass dies bis jetzt nicht betont wurde. Als Ergebnis dessen sind unsere christlichen Inhalte weniger rigoros, da sie auf der privilegierten Position ruhen, die sich aus unserer engen Allianz mit dem Staat ergibt, die das Christentum wiederum zu einer Reihe von Kompromissen gezwungen hat. Das weltweite Christentum kann sich jedoch solch einen Luxus nicht erlauben, denn es lebt und wächst in schwierigen, ja widrigen Umständen. Dieser Kontext erfordert, dass wir uns wieder dem Evangelium zuwenden und die große Herausforderung erkennen, vor die es uns stellt: „Nehmt auf euch mein Kreuz und folgt mir nach” (Markus 8,34). Zusammen mit Dietrich Bonhoeffer, der großen Ausnahme im westlichen Christentum, werden wir wiederholen müssen: „Jeder Ruf Christi führt in den Tod.”[7] Wir können nicht weiter die Lüge verbreiten: „Komm zu Jesus, und all deine Probleme werden gelöst” oder das Evangelium präsentieren als: „Komm zu Jesus, und er wird dir deine Fahrkarte in den Himmel geben.” Teure Nachfolge wird als der Lebensstil gelehrt werden müssen, zu dem wir alle eingeladen sind, unabhängig von Wohnort und Lebensumständen. Dieser Lebensstil wird sich in Wirtschaft , Gesellschaft und Politik niederschlagen. In diesen Bereichen werden wir Leiter die Tugenden von Opfer und Dienst, Großzügigkeit und Dankbarkeit, Sieg in und durch Verletzlichkeit predigen und leben müssen – Tugenden, die wir im Leben unseres Herrn Jesus Christus nur allzu deutlich sehen. Die frühe Gemeinde ist ein Beispiel für die magnetische Anziehungskraft dieser teuren Nachfolge, es sei denn, wir gehen von der Vermutung aus, dass teure Nachfolge für die Welt nicht attraktiv ist und so die Tiefe um des Wachstums willen opfern.
Schluss
Die Bibel lehrt uns, dass die weltweite Gemeinde der Leib unseres Herrn Jesus Christus ist (1. Kor. 12,27). Und in genau dieser Gemeinde finden wir eine echte globale Realität, die sich auch auf lokaler Ebene darstellt. Die Gemeinde bejaht lokale Ausdrucksformen, steht aber gleichzeitig auch für eine globale und damit wirklich einzigartige Realität. Die Gemeinde ist tatsächlich die einzige „Organisation” auf der Welt, die eine organische globale Einheit zeigt, aber im gleichen Atemzug auch von einer herrlichen lokalen Vielfalt gekennzeichnet ist. Auch wenn die Aussage „Einheit in der Vielfalt” inzwischen zum Klischee verkommen ist, kann sie doch in der Gemeinde gefunden werden.
Lokale Leiter, die Teil diese globalen Gemeinde sind, tragen die unglaubliche Verantwortung, ihre lokale Herde so zu hüten, dass der Kern des Christentums deutlich sichtbar wird. Der wohltuende Einfluss, den sie ausüben sollen, besteht darin, das Volk Gottes in eine immer intensiver werdende Nachfolge zu leiten. Aber wie bereits gesagt, muss eine solche Nachfolge in der heutigen Welt mit all ihren Versprechungen und Gefahren praktiziert werden. Inmitten all dieser Gefahren müssen wir betonen, dass das einzig sichere „Versprechen”, an das wir uns klammern können, in Matthäus 28,17-20 steht: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden ... Und siehe, ich bin bei euch alle Tag, bis an der Welt Ende.” Wenn wir uns darauf verlassen, wird man uns an einem Leitungsstil erkennen, der Vertrauen, Kreativität, teure Nachfolge und den Gedanken des Dienens ausstrahlt. Dieser Lebensstil wird sicherlich dazu beitragen, das Evangelium und die Herrlichkeit des Namens Jesu Christi zu verbreiten.
© The Lausanne Movement 2010
[1] http://www.lausanne.org/de/covenant Letzter Zugriff 31.07.2010
[2] http://www.lausanne.org/de/all-documents/manila-manifesto.html Letzter Zugriff 31.07.2010
[3] http://www.gospelcom.net/lcwe/2004/progarch/011.htm
[4] See his Servant Leadership: A Journey into Nature of Legitimate Power and Greatness [Dienende Unternehmensführung: Eine Reise in das Wesen legitimer Macht und Größe ] (New York: Paulist Press, 1977).
[5] So lautet ein Buchtitel des anglikanischen Bischofs Michael Nazir Ali, From Everywhere to Everywhere: A World View of Mission [Von überall nach überall: Eine Weltsicht von Mission] [London: Collins, 1991)
[6] Diesen Gedanken hat Peter Kuzmic beim Lausanner Treffen Junger Leiter im September 2006 in Port Dickson, Malaysia, sehr gut erläutert. Die bei diesem Treffen gehaltenen Referate wurden später gesammelt herausgegeben von Judson Birdsall, Living and Leading like Jesus [Leben und Leiten wie Jesus] Pasadena, CA: Wm Carey Library, 2007)
[7] Nachfolge (München, Kaiser, 1987) S. 65
Deutsch Translation by: LGC_Translation
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Stichwörter: Führung, Kreativität, kostspielige Jüngerschaft, mehrere Muster, Lifestyle, Einfluss, Mission
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Vereinigte Staaten von Amerika
Local Leaders in the
Global Church by Paul Joshua Bhakiaraj is an article that every pastor, lay
leader and disciple of Christ should read.
Certainly in the 21st century, godly leadership is a high
priority for both the local and universal church. As the article stated: “sound leadership is crucial for the
successful functioning and progress of the church.”
As
followers of Christ, we must reaffirm the calling and character of leadership
through missions and evangelism. But
today, as we look around the world, we can still see both men and women who are
effectively sharing their leadership gifts for the glory of God and the up
building of his kingdom here on earth.
Matthew 28:
16-20, is being practiced through out the world but all authority belongs to Christ
alone, and not to us human beings. As
the article states: “Ours is the claim,
not to authority, but to be covenant partners of Christ, the one who now stands
as the victor over sin, death and the devil.
Leadership in mission is therefore not exercising authority; rather it
is standing under the all pervasive Lordship of Christ and following with
gratitude and in obedience to his calling.”
I believe
as Christians leaders, that we first and foremost be called to serve and not be
served. Christian leadership is about
servant hood. Jesus showed what it means
to serve as one who leads.
All of us
have been called to make disciples, but this must be exemplified by us as
servant leaders under the authority of Christ himself. And all of us should seek to lead others into
the kingdom of God, but these disciples must assume their roles as servant
leaders. In order to be a good leader
you must first be a good follower of Christian obedience and sacrifice.
In the 21st
century as the article states: “If God
is doing a might work around the world local leaders can take heart that our
inability (or even our ability), our lack of resources (or even our resources),
our lack of power and privilege can indeed be transformed in his mighty hands
as valuable tools for his service.”
Christian
leaders should never under estimate the power of the Holy Spirit in a
believer’s life. I think that Christian
leaders should avail themselves and tap into this over looked power and
resource to do God’s bidding. Paul says
in Philippians 4: 13, “I can do all things through Christ which strengtheneth
me.” This should inspire confidence in
Christian leaders around the world.
The 21st
century Christian leader must be a multifaceted person who is able to engage in
with any race, creed or ethnic group. As
the article states on page 5: “The
demographic changes that we see in the world church needs to be supplemented,
in a much more thorough going fashion, with a deep transformation of the
cultural expressions of the church. Such
creativity will make our faith feel “at home” in our respective cultures yet
ensure that we remain “pilgrims” in the world.”
Lastly,
local church leaders have an awesome task to feed their local congregation in
ways that are pleasing to Christ and his church. My prayer is that would raise up Christian
leaders, both male and female, and who are willing and not afraid to take up
their perspective cross and follow Christ to the end!
20.09.2011
Vereinigte Staaten von Amerika
A very powerful article. I appreciate the honest critique of the Western church and the need for indigenous leadership. I also appreciate the mentioning of the importance of authority through Christ in service and influence, and the cost of discipleship. Something we all need to learn. I did have one question, "When is pluralism not healthy for a non-Western Christian context?"
22.10.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
I like the article very much. Here’s one point that stuck out:
"our lack of resources (or even our resources), our lack of power and privilege can indeed be transformed in his mighty hands as valuable tools for his service. As we are seeing, the Spirit of God is able to employ what we have and do not have to accomplish his Grand purposes...For far too long we have depended on external agents and external resources to determine the shape and set the course of our missionary passion and involvement."
Praise the Lord that church growth is continuing regardless of outside resources, but I wonder, is that the ideal? Should indigenous ministries not accept foreign assistance? I tend to look at this as a great encouragement to all those indigenous missionaries out there who are in a position where their only choice is to operating despite their lack. But isn’t the ideal to partner together as one global body of believers where the resources of wealthy Christians can supply the need of indigenous laborers, as long as it is done in a healthy relationship where it is not being controlled by the wealthy foreign "’supervisors’" and where ministry is also done in a culturally appropriate indigenous context, yet there is still a level of accountability and honest reporting? (2Corinthians 8:13-15)
If I am a wealthy Christian in America who hears there is a lack of Bibles to go around, a lack of training materials for missionary recruits, a lack of equipment to record gospel messages in the local language, etc. is there still a way I can help?
20.10.2010
Norwegen
I think you touch on something most essential when you (middle of p.4) encourage local leaders to take heart and to remember that our feeble resources can be transformed by the Lord. I wish all of us in all parts of the world could start there more often, with empty hands and yet an expectation that the Lord can use and fill the empty hands.
Another matter: You emphasize strongly (on p.2) that all authority belongs to Christ alone and not to us. I agree that Christ is the source of authority, but I also think that he shares that authority with us - the authority to forgive or bind sinners, the authority of the Great commandment to disciple the nations in his name, the authority to pray for healing and to speak the prophetic word of God.
15.10.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
Thanks for your emphasis on servant leadership. I agree that this is key to representing the spirit of Christ in a way that is prophetic and transformative in communities where so many are unreached.
14.10.2010
Grossbritannien
If servanthood leadership was fully embraced then I suspect there would be far fewer struggles in seeing disabled people, women or others who are differently abled taking their God ordained places as church leaders
13.10.2010
Grossbritannien
Whilst I understand the need to see through a priesthood of all believers that we are all leaders and servants:
The church and world desperately need leaders who will serve and servants who will lead.
For me this section was over-stressed, and loses the importance of structure, and the understanding that as an organisation grows it has to develop structure and therefore models of authority and responsibility for the continued cohesiveness of an organisation.
Paul, you very helpfully, go on to look at the need for a polycentric faith:
No longer can we think of Rome and/or Canterbury and/or Colorado Springs as the primary representative centres of Christianity. To be true to this new reality called World Christianity we will now need to accord Buenos Aires, Chennai, Lagos, Nairobi, Santiago, Seoul, Shanghai and other such places equal if not more importance.
This excites me, although with so many denominations and organisations I think it will be difficult to see this actually happen, I can’t, for example, see the Archbishop of Canterbury moving power to Africa, Asia or Latin America. And yet as Paul writes, it is imperative:
unlike the previous era the gospel cannot be represented by a western image and Christian history cannot be guided by a western master narrative, political, economical or theological.
This paper leaves me asking more questions and looking forward to the discussion it will bring in Cape Town. Thank you for taking the time to write it.
09.10.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
Paul,
I very much enjoyed your paper. In particular, your focus on servanthood, "polycentrism", creativity, and courage were a blessing to me. I strongly affirm these values and points.
In the church where I serve, we have been discussing the 6 components of a “strenuous reorientation" to the ways of Jesus:
I believe some (all?) of this language comes from Eugene Peterson. I think these transitions are very insightful as to what discipleship requires of us.
One other piece that deserves attention is "discipleship of the mind." In too many ways, I think churches teach that the Greatest Commandement is to "love the Lord your God with all your heart, all your soul, and all your strength." I am burdened to see us love God with all of our minds, honoring the role of thought, reason, truth, and knowing in everything we do. By giving our minds appropriate attention, and doing so in the context of loving God and our neighbor, I believe we will exhibit greater faithfulness to the will of our glorious God.
Again, my sincere thanks for your thoughtful, challenging article.
07.10.2010
Brasilien
A good and much needed address on leadership. Congrats on keeping the paper biblically centered and with recollection on the history of what Lausanne has elaborated on leadership issues.
I appreciate your comment that leadership for the future, in wherever the context the church finds itself, much maintain the dual theological and missiological connection, commitment and emphasis.
06.10.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
Hi Paul,
Thank you for your paper. I especially appreciated your redefining and reframing of "healthy polycentrism" and "healthy pluralism".
I would love to hear more about how local leadership can dialogue with those in other localities. How can we work towards a "Unity in Diversity" that is not superficial presence of diversity, but one of true partnership, true and meaningful dialogue.
24.09.2010
Südafrika
Hi Paul,
Thanks for your hard work on this paper. I hope you won’t mind me making a few suggestions that may be of help when it comes to discussion.
I totally agree with your concern that indigenous (and in fact all Christian) leadership being shaped more by the ethos and goal of servanthood rather than being ’dictatorial’. Agreed 100%. In fact, I love your phrase, ’it is a leadership that exercises wholesome influence rather than exerts dictatorial authority.’
I would, however, suggest that the balance is not to reject the idea of authority, which you (probably unintentionally) appear to do: You say that ’Leadership in mission is therefore not exercising authority’. But actually, it is!
Before Jesus sent the disciples out ’on mission’ he ’gave them authority’ (Matthew 10, Mark 6, Luke 9).
So what we need here is not the rejection of authority but a discussion as to the Christian nature of authority in mission - what that looks like locally and globally.
A further suggestion which I think would strengthen the paper would be to suggest some practical ideas/strategies etc to connect local leaders to the global movement - and thus connect local congregations to what is happening globally, for their encouragement.
One last point: in terms of the development of an understanding of the unfolding Christian history happening right now, I think we need to call for writers, historians etc. to put together compelling accounts fo what is happening in the ’majority world’ in terms of church growth.
One of the challenges of lecturing or writing on Christian history is, on one hand, the wealth of material concerning periods of church growth in the West, and, on the other, the lack of material on the emerging growth (and I mean stories not just statistics) in the global South. It may be helpful for you to call for them!!
Many thanks again for your insights and hard work,
Lex Loizides
http://lexloiz.wordpress.com/
19.09.2010
China
"The biblical idea of leadership that the global church today desperately needs to reclaim is ’national leaders who manifest a Christian style of leadership in terms not of domination but of service.’" Amen!
The other night I ran into a Chinese pastor friend of mine. It had been a while since we had last talked, but I could tell he was excited. We chatted a bit about some of the Lausanne Papers (some of us have been meeting to discuss them from time to time), and the issue of leadership came up. I asked him what he thought the basic challenge for Chinese church leaders was, and he responded very quickly with 斗争 douzheng meaning “struggle” referring to the grasping conflicts over authority that are far too common amongst church leaders.
Before I could comment he went on to tell me that he now understood what it meant to be a leader in a church. After over 20 years of ministry, this man finally understood that leading his brothers and sisters was not about giving orders or controlling people, but rather about setting an example. With great excitement, he told me that a good pastor must first and foremost live and work in a way that honors God—doing, and not just saying, the things that God requires.
A simple truth about leading through serving, but one that leaders throughout the global church far too often forget.
23.08.2010
Argentinien
Adjunto documentos
Dokumente zum Herunterladen
30.07.2010
Argentinien
Querido Paul: Excelente presentación, profundidad, inspiración, ánimo y desafío. Muchas gracias. Adjunto documento Las Iglesias Locales en la Iglesia Global. El desafío al liderazgo de la Iglesia. A time for gratitude. A time of risks and dangers. Projections and challenges for the Iberoamerican Mission Movement
30.07.2010
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