Autor: Tim Keller
Datum: 18.05.2010
Category: Urbane Mission
Anmerkung der Redaktion: Dieser Vorabbericht zu Kapstadt 2010 wurde von Tim Keller geschrieben und ist eine Übersicht zum Thema “Megastädte”, welches bei der Abend- Plenarsitzung diskutiert wird sowie der Multiplex-Sitzung mit dem Titel „Gottes Auftrag annehmen für die weltweite Städte-Mission“. Stellungnahmen zu diesem Bericht durch die Lausanner globalen Gespräche werden an den Autor und andere Personen weitergeleitet und sollen dabei helfen, die endgültige Präsentation festzulegen.
Was ist eine Stadt?
Heute definiert man eine Stadt beinahe ausschließlich hinsichtlich ihrer Einwohnerzahl. Größere Zentren der Wohnbevölkerung werden „Großstädte“ genannt, kleinere „Städte“ und die kleinsten „Dörfer“. Wir dürfen jedoch unsere aktuellen Definierungen nicht auf biblische Zeiten übertragen. Mit dem wichtigsten hebräischen Wort für Stadt, ‘iyr, wird jegliche menschliche Niederlassung bezeichnet, die von einer Mauer oder irgendeiner anderen Befestigung umgeben war. Die meisten antiken Städte hatten lediglich 1’000 – 3’000 Einwohner. „Stadt“ im biblischen Sinne bedeutete nicht so sehr die Anzahl der Einwohner, sondern die Bevölkerungsdichte. Psalm 122,3 bezieht sich auf diese Dichte: „Jerusalem, gebaut, wie eine Stadt sein soll, dicht und kompakt.“ (1) Das Wort, das als „kompakt“ übersetzt wurde, bedeutet eng verflochten und ineinander verschachtelt. In einer befestigten Stadt lebten die Menschen nahe beisammen, in eng aneinandergedrängten Häusern und Strassen. In der Tat schätzt man, dass antike Städte zwischen 2 bis 4 Hektar groß waren und auf 0,4 Hektar 240 Personen lebten. Zum Vergleich: Im heutigen Manhattan in New York City leben nur 105 Einwohner pro 0,4 Hektar. (2)
Demnach war eine Stadt in den alten Zeiten das, was man heute eine begehbare menschliche Siedlung zur „gemischten Nutzung“ nennen würde. Wegen der Dichte der Bevölkerung waren die Orte, wo man wohnte und arbeitete, kaufte und verkaufte, den Künsten nachging oder sie genoss, zur Anbetung ging oder die Rechtsprechung suchte, alle leicht zu Fuß erreichbar. In den ländlichen Gebieten und Dörfern gab es zu jenen Zeiten diese Dinge nicht und in unseren modernen Zeiten wird diese Art von Siedlungsstruktur in den Vororten ganz bewusst vermieden. Vororte tendieren definitiv zu Einzelnutzungs-Zonen, daher sind die Orte, wo man lebt, arbeitet, spielt und lernt weit von einander entfernt und können nur mittels Verkehrsmitteln durch fußgängerfeindliche Gebiete erreicht werden.
Was eine Stadt zu einer Stadt macht, ist ihre Umgebung. Sie bringt Menschen zusammen - und damit Anwohner, Arbeitsplätze und kulturelle Einrichtungen. Es gibt wahrscheinlich keinen Ort, an dem sich an einem Tag mehr Leben auf den Strassen und Märkten abspielt und mehr Interaktionen und Austausch zwischen den Menschen stattfindet. Dies ist, was die Autoren der Bibel gemeint haben, als sie über eine „Stadt“ schrieben.
Urbane Mission in der Bibel
Jerusalem
Bereits früher, im Alten Testament, lag der Erlösungs-Stellenwert der Stadt Jerusalem darin, dass sie eine städtische Modellgesellschaft war – “die Freude des ganzen Landes” (Psalm 48,3). Sie bewies der Welt, wie die Menschheit unter SEINER Herrschaft leben könnte. Schon viele haben von dem „Zentripetalfluss“ der Mission in der damaligen Zeit gesprochen. Gott rief die Völker dazu auf, an ihn zu glauben, indem er sie hineinzog, um seine in Israel eingebettete Herrlichkeit zu sehen, das heilige Volk, das er geschaffen hatte, dessen Leben der Welt den Charakter Gottes deutlich machte (5. Mose 4,5-8). Doch das Buch Jona kündigt erstaunlicherweise eine bedeutende Änderung an, nämlich die „zentrifugale“ Mission des Neuen Testaments, die Gläubige in die Welt hinaussendet. Jona ist der einzige Prophet des Alten Testaments, der zu einer heidnischen Stadt gesandt wurde, um sie zur Buße aufzurufen. Gottes letzte Aussage ist bemerkenswert: Der Herr fordert Jona dazu auf, die große heidnische Stadt Ninive zu lieben, wegen ihrer enormen Anzahl an geistlich blinden Einwohnern (Jona 4,10-11).
Babylon
Als Israel in die Verbannung geführt wird, erreicht die Verlagerung von zentripetal zu zentrifugal ein anderes Stadium. Die Juden werden in die böse, heidnische, blutrünstige Stadt Babylon gebracht. Wie verhalten sich Gläubige an einem solchen Ort? Jeremia 28-29 skizziert ein erstaunliches Bild über die Einstellung eines Gläubigen der Stadt gegenüber. Gott sagt seinem Volk, sie sollen sich „mehren...und nicht abnehmen“ (Jeremia 29,6), um ihre individuelle Gemeinschaftsidentität zu behalten und zu wachsen, doch er sagt ihnen auch, sie sollen sich niederlassen und am Leben der großen Stadt teilnehmen. Sie sollen Häuser bauen und Gärten pflanzen. Doch das Erstaunlichste ist, dass Gott ihnen sagt, sie sollen der Stadt dienen, den „Frieden und Wohlstand der Stadt suchen“ und „zum HERRN dafür beten“ (Jeremia 29,7). Sie sollen nicht einfach in einem Getto der Stadt leben und ihren Volksstamm vermehren, sondern ihre Ressourcen für das Gemeinwohl nutzen.
Welch ein Gegensatz! Die Werte einer irdischen Stadt stehen in starkem Kontrast zu denen einer Stadt Gottes, doch müssen die Einwohner der Stadt Gottes die besten Einwohner ihrer irdischen Städte sein. Gott ruft die jüdischen Verbannten dazu auf, zum Wohlstand der heidnischen Stadt beizutragen. Er hat auch ein sehr praktisches Ziel: Zum Guten der heidnischen Stadt beizutragen ist der bestmögliche Weg, damit auch das Volk Gottes blüht und gedeiht: „Wenn es ihr gut geht, wird es auch euch gut gehen“ (Jeremia 29,7). Gott arbeitet noch immer an seinem Plan der Errettung, an der Etablierung seines Volkes – und genau das passierte auch. Weil die Juden sich eingelebt hatten und den Frieden der großen heidnischen Stadt suchten, gewannen sie den Einfluss und das notwendige Kapital, um mit der Zeit zurückkehren zu können und ihr Heimatland wieder aufzubauen. Auch blieben die Juden teilweise zerstreut in den Städten der Welt als eine kosmopolitische, international ethnische Gruppe, die zu einem wichtigen Grundstock wurde für die Verbreitung der christ
lichen Botschaft nach Jesus.
Ausländer mit Aufenthaltsgenehmigung
Gibt es einen Grund zu glauben, dass das Modell von Israel in Babylon als Modell für die Gemeinde dienen soll? Ja. Im Exil war Israel kein Nationalstaat mehr mit einer eigenen Regierung und eigenen Gesetzen. Statt dessen existierte es als eine internationale Gemeinschaft und Gegenkultur innerhalb anderer Völker. Auf dieselbe Art kann man heute die Gemeinde sehen, wie Petrus und Jakobus bestätigen, wenn sie Gläubige als „in der Zerstreuung“ ansprechen (Jakobus 1,1) und als „Fremdlinge“ (1. Petrus 1,1). Petrus gebraucht das Wort parapidemois für „Fremdlinge“ („Ausländer mit Aufenthaltsgenehmigung“), also Menschen, die sich weder als Staatsangehörige noch als durchreisende Touristen in einem Land befinden. Petrus fordert Christen dazu auf, mitten in einer heidnischen Gesellschaft so zu leben, dass andere ihre „guten Werke sehen und Gott verherrlichen“, doch gleichwohl warnt er sie auch, mit Verfolgung zu rechnen (1. Petrus 2,11-12). Das Echo von Jeremia 29 ist offensichtlich. Genauso wie die jüdischen Fremden sollen christliche Fremde ihre Städte nicht einnehmen oder ignorieren, sondern sich engagieren und dem Gemeinwohl dienen. Sie sollen erwarten, dass die Gesellschaft um sie herum einerseits ablehnend gesinnt ist, andererseits vom Leben der Gläubigen und ihrem Beitrag für das Gemeinwohl angezogen wird. Petrus weist daraufhin, dass durch die guten Werke der Gläubigen zumindest einige Heiden dazu geführt werden, Gott zu verherrlichen.
In „Sanfter Unterschied”, seinem Artikel über das Buch des 1. Petrus, zeigt Miroslav Volf, wie die Spannung, die Petrus vergegenwärtigte (zwischen Verfolgung und Anziehung und zwischen evangelisieren und dienen), sich in keine der historischen Modelle bezüglich Jesus Christus und Kultur nahtlos einfügen lässt. (3) Im Gegensatz zu Modellen, die eine Veränderung der Kultur einfordern oder eine dem Christlichen entsprechende Allianz von Kirche und Staat beanspruchen, erwartet Petrus, dass das Evangelium immer höchsten Anstoß erregt und von der Welt niemals restlos bejaht und vollständig angenommen wird. Hier seien diejenigen evangelikalen und Mainline-Christen zur Zurückhaltung angemahnt, die darauf hoffen, eine grundlegend christliche Kultur herbeizuführen. Und anders als die Modelle, die einzig und allein auf die Bekehrung zählen und sehr pessimistisch sind, was die Beeinflussung der Kultur betrifft, erwarten Petrus in 1. Petrus 2,12 und Jesus in Matthäus 5,16, dass einige Aspekte des christlichen Glaubens und der christlichen Werte in jeder heidnischen Kultur höchst anziehend sind und Menschen dazu beeinflussen, Gott zu preisen und zu verherrlichen. (4)
Samarien und die Enden der Welt
Die Gemeinde ist eine internationale, zerstreute Gemeinschaft von Kongregationen, genauso wie Israel während der Verbannung. In Apostelgeschichte 8 sehen wir, wie Gott die Christen gewaltsam aus Jerusalem heraus zerstreute, und wie die christliche Mission dadurch enorm gefördert wurde. Sie gingen direkt nach Samarien, eine Stadt, über die sie gelehrt wurden, dass sie verachtenswert sei, und die sie genauso verabscheuten, wie Jona Ninive oder die Juden Babylon verabscheut hatten. Doch anders als der widerspenstige Prophet oder die Verbannten, machten die durch das Evangelium veränderten Christen Samarien sofort zu einem Wirkungsort in urbaner Mission (Apostelgeschichte 8,1ff.).
Wenn wir letztendlich zu der frühen Gemeinde kommen, sehen wir, dass Gottes erlösende Mission sich nicht länger auf eine bestimmte Stadt konzentriert, wie Jerusalem oder Babylon. Alle Städte der Welt erlangten eine entscheidende Bedeutung. In Apostelgeschichte 17 geht Paulus nach Athen, dem intellektuellen Zentrum der griechisch-römischen Welt. In Apostelgeschichte 18 reist er nach Korinth, eine der wichtigsten Handelsstädte des Reichs. In Apostelgeschichte 19 kommt er in Ephesus an, das vielleicht das religiöse Zentrum der römischen Welt genannt werden kann, denn es war der Mittelpunkt vieler heidnischer Kulte und besonders des Herrscherkults, denn es gab drei Tempel ausschließlich für die Anbetung des Kaisers. Am Ende der Apostelgeschichte kam Paulus nach Rom, wo sich nicht nur das Zentrum der kaiserlichen Macht befand, sondern auch die militärischen und politischen Zentren der damaligen Welt. John Stott kommt zum Schluss: „Es scheint, als ob es ein von Paulus bewusst gewählter Grundsatz war, zielgerichtet von einem strategischen Stadtzentrum zum nächsten zu gehen.“ (5) Indem Paulus die Stadt erreichte, erreichte er die gesamte Gesellschaft, wie im Brief an die Kolosser nachgewiesen wird. Diesen Brief schrieb Paulus als Folge des Wirkens anderer Jünger in den Städten Laodizea, Hierapolis und Kolossä entlang dem Lykostal (Kolosser 4,13-16), denn er selbst hatte diese Städte nie persönlich besucht. Wahrscheinlich hatten sie sich bekehrt durch den Dienst in Ephesus. Wird das Evangelium in einer Stadt verbreitet, so erreicht man die Gesellschaft und die ganze Region.
Zusammenfassend können die Gründe, warum der urbane Dienst so erfolgreich war, folgendermaßen geschildert werden:
Die frühe Gemeinde war weitestgehend eine urbane Bewegung, durch welche die Menschen der römischen Städte für Christus gewonnen wurden, während die meisten Menschen auf dem Land Heiden blieben. Doch weil der christliche Glauben die Städte eingenommen hatte, erfasste er mit der Zeit die gesamte Gesellschaft, so wie es immer der Fall ist. Rodney Stark entwickelte diese Idee in Der Aufstieg des Christentums:
Städten, die gefüllt waren mit Armen und Obdachlosen, bot das Christentum Wohltätigkeit wie auch Hoffnung. Städten, die voll waren mit Neuankömmlingen und Fremden, bot das Christentum die sofortige Möglichkeit, Beziehungen aufzubauen. Städten, in denen viele Witwen und Waisen wohnten, bot das Christentum einen neuen und erweiterten Familiensinn. Städten, die zerrissen waren durch gewaltsame ethnische Streitigkeiten, bot das Christentum eine neue Basis für soziale Solidarität... Jahrhundertelang haben Menschen Katastrophen ohne die Hilfe von christlichen theologischen oder sozialen Strukturen überstanden. Deshalb möchte ich auf keinen Fall die Vorstellung erwecken, dass das Elend der damaligen Welt das Aufkommen des Christentums bewirkte. Doch als das Christentum einmal da war – und das ist mein Argument - wurde seine überlegene Kapazität, diesen chronischen Problemen zu begegnen, bald einmal offensichtlich und spielte eine große Rolle in seinem späteren Triumph... [denn was Christen] brachten, war nicht nur eine einfache urbane Bewegung, sondern eine neue Kultur. (6)
Die christliche Mission hat die antike griechisch-römische Welt gewonnen, weil sie die Städte gewonnen hatte. (7) Die Elite war natürlich wichtig, doch die christliche Gemeinde richtete ihren Fokus nicht allein auf sie. Damals wie auch heute waren die Städte voller armer Menschen, und die Hingabe der urbanen Christen an die Armen war deutlich sichtbar und beeindruckend. Die Christen veränderten durch die Städte die Geschichte und die Kultur, indem sie die Elite gewannen, sich aber auch zutiefst mit den Armen identifizierten. In seinem Buch: „Die barbarische Bekehrung“, zeigt Richard Fletcher auf, dass in der christlichen Mission in Europa von 500-1500 n. Chr. genau dasselbe passierte. (8)
Urbane Mission heute
Die zunehmende Bedeutung der Städte
Im Jahr 1950 waren New York und London die einzigen Weltstädte mit einer Großstadtbevölkerung von über 10 Millionen Menschen. (9) Heute gibt es über zwanzig solcher Städte. Zwölf von ihnen erreichten diesen Rang erst in den letzten beiden Jahrzehnten (10) - und viele werden ihnen folgen. Weltstädte werden wirtschaftlich und kulturell immer mächtiger; Städte sind der Sitz von multinationalen Unternehmen und internationalen wirtschaftlichen, sozialen und technologischen Netzwerken. Die technologische und kommunikative Revolution bedeutet, dass die Kultur und die Werte der globalen Städte jetzt um den ganzen Erdball übertragen werden zu jedem Volk, in jedes Land, zu allen Menschen und in allen Sprachen. Kinder in Iowa oder Mexiko werden jungen Erwachsenen in Los Angeles und New York City ähnlicher, als sie es den jungen Erwachsenen ihrer eigenen Region sind. Die kommende Weltordnung wird eine globale, multikulturelle und urbane Ordnung sein. Weltstädte werden zunehmend wichtiger in der Weichenstellung der Kultur und des Lebens insgesamt, selbst in Teilen der Welt, wo die Städte größenmäßig nicht zunehmen, wie Europa und Nordamerika. (11)
Es gibt noch einen zweiten Grund, warum Weltstädte für die christliche Mission so wichtig sind. Die Millionen von Zuzüglern in wachsenden Städten zeigen Charakteristiken, die sie viel offener für den christlichen Glauben machen, als sie vor ihrer Ankunft waren. Erstens: Nachdem sie aus ihrer traditionellen Umgebung entwurzelt wurden, sind sie offener für neue Ideen und für Veränderung allgemein. Zweitens: Um den moralischen, ökonomischen, emotionalen und geistlichen Druck des Stadtlebens auszuhalten, brauchen sie große Hilfe und Unterstützung. Die alten Netzwerke der Verwandtschaftsunterstützung der ländlichen Gebiete sind geschwächt oder fehlen ganz, während man in den Entwicklungsländern oftmals „so gut wie nichts von funktionierenden staatlichen Dienstleistungen“ hat. (12) Auf der anderen Seite bieten Gemeinden eine unterstützende Gemeinschaft, eine neue geistliche Familie und eine Evangeliumsbotschaft, die freisetzt. „Eine reiche Ernte erwartet jede Gruppe, welche den Bedarf dieser neuen Stadtbewohner decken kann, nämlich diejenigen, die in der Lage sind, gleichzeitig den Körper und die Seele zu ernähren. (13)
Der Bedarf an Kontextwissen der Gemeinde.
Es gibt jedoch ein großes Hindernis für die urbane Mission - und das liegt nicht an den Städten selbst oder an ihren Einwohnern, sondern an der Gemeinde. Die Sensibilität der meisten evangelikalen Gemeinden und Leiter ist oft nicht auf Urbanität eingestellt oder ist sogar anti-urban. Die Praktiken und Methoden des Dienstes wurden meistens außerhalb großstädtischer Bereiche geformt und dann einfach importiert, ohne über die unnötigen Hindernisse nachzudenken, die dadurch zwischen städtischen Anwohnern und dem Evangelium aufgerichtet werden. Wenn solche Diener Gottes in eine Stadt kommen und eine Gemeinde aufbauen, fällt es ihnen schwer zu evangelisieren und urbane Menschen zu gewinnen. Auch finden sie es schwierig, Christen für ein Leben in einer pluralistischen, weltlichen und an Kultur interessierten Umgebung vorzubereiten. Ebenso wie die Bibel in die Umgangssprache der Leser übersetzt werden muss, so muss auch das Evangelium auf eine Art kommuniziert und eingebettet werden, welche die Einwohner einer Stadt verstehen. Lassen Sie uns einige der Charakteristiken einer Gemeinde anschauen, die mit den Zusammenhängen einer Stadt vertraut ist und sich dort zu Hause fühlt.
Menschen, die in einem städtischen Umfeld dienen, sind sich der starken kulturellen Unterschiede zwischen den verschiedenen rassischen/ethnischen Gruppen und sozialökonomischen Klassen bewusst, während Menschen in homogeneren Orten (und es ist kulturell gesehen überall homogener als in einer Großstadt) oftmals blind dafür sind, dass ihre Einstellungen und Bräuche einen ganz spezifischen Teil ihrer Rasse oder Gesellschaftsschicht darstellen. Kurz gesagt: Erfolgreiche urbane Gemeindeleiter müssen weitaus geschulter sein und sich der Ansichten und Empfindsamkeiten der verschiedenen ethnischen Gruppen, Klassen, Rassen und Religionen weit mehr bewusst sein. Großstadtbewohner wissen, dass Angehörige zweier verschiedener rassischer Gruppen ein identisches Wort gebrauchen und sehr verschiedene Dinge damit ausdrücken können. Infolgedessen gehen sie sehr vorsichtig und besonnen vor, wenn sie Themen ansprechen, die rassische Gruppen unterschiedlich betrachten.
Zweitens: Die meisten Gläubigen sind noch immer Teil der Welt der Künste, des Theaters, des Wirtschaftslebens, der Finanzen, der Bildung und Wissenschaft, der Behörden und der Politik. Traditionelle evangelikale Dienste tendieren jedoch dazu, Gläubigen kaum Hilfe dafür anzubieten, wie sie das Christentum außerhalb der Gemeinde praktizieren sollen. Außerhalb großer Städte ist die Möglichkeit für ein abgeschotteteres Leben vielleicht größer, und christliche Aktivitäten können mehrheitlich an den Abenden oder am Wochenende ausgeführt werden. Dies funktioniert jedoch nicht in den Städten, wo Menschen die meiste Zeit damit verbringen, ihre Karriere zu verfolgen oder sich viele Stunden an ihrem Arbeitsplatz aufhalten.
Drittens: Die meisten evangelikalen Gemeinden haben eine mittelständische Unternehmenskultur. Die Menschen dort schätzen ihre Privatsphäre, Sicherheit, Gleichartigkeit, Sentimentalität, ihren persönlichen Bereich, die Ordnung und Kontrolle. Im Gegensatz dazu ist die Stadt voller ironischer, nervöser Menschen, welche die Abwechslung lieben und eine viel größere Toleranz für Zweideutigkeiten und Unordnung haben. Wenn sich Gemeindeleiter in einer städtischen Kultur nicht zurechtfinden, sondern stattdessen eine Art „eingezäuntes Missionsgelände“ innerhalb der Stadt aufbauen, werden sie nur wenige Menschen in ihrer Nachbarschaft erreichen, bekehren und eingliedern können.
Viertens: Eine nicht urbane Gemeinde befindet sich normalerweise in einer einigermaßen funktionsfähigen Nachbarschaft, in der das soziale System stark oder zumindest intakt ist. Umgebungen in Großstädten sind jedoch weitaus komplexer als anderswo, deshalb lernen erfolgreiche urbane Gemeindeleiter, wie sie ihren Stadtteil „interpretieren“ müssen. Außerdem studieren urbane Gemeindeleiter ihre Umgebung nicht nur deshalb, um Menschengruppen für die Evangelisation ausfindig zu machen, obwohl dies natürlich eines ihrer Ziele ist. Sie halten auch Ausschau danach, wie sie ihre Nachbarschaften stärken und daraus sicherere und menschenwürdigere Orte machen können. So sucht man den Wohlstand der Stadt, ganz im Geist von Jeremia 29.
Traditionelle liberale Gemeinden sehen Mission grundsätzlich in Form von sozialer Verbesserung. Sie arbeiten auf die wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit für das Allgemeinwohl hin mit dem Ziel, die Stadt zu einer gerechteren und humaneren Gesellschaft zu machen. Dies ist zum Teil richtig. Traditionelle konservative Gemeinden sehen Mission grundsätzlich als ein Wachstumspotential. Ihr Ziel ist es, zu wachsen, und die Gemeinde Gottes innerhalb der Stadt durch eine steigende Anzahl von Bekehrungen zu vergrößern, und somit die Macht der Gemeinde zu stärken. Dies ist ebenfalls zum Teil richtig. Aber diese beiden Vorgehen müssen kombiniert werden, denn allein wird jede von ihnen verkümmern. Man kann der Stadt nicht wirklich dienen, ohne einen konstanten Zuwachs an Neubekehrten, die durch eine Erfahrung der Gnade - der neuen Geburt - verändert und befähigt wurden. Auf der anderen Seite wird das Gemeindewachstum jäh unterbrochen, wenn die Gemeinden gefüllt sind mit Menschen, die das Wohl ihrer Nachbarn ignorieren oder ihm feindlich gegenüberstehen. Eine Gemeinde, die nur für die Familie der Gläubigen „Gutes tut“, und nicht „allen Menschen“ (Gal. 6,10) wird (zu Recht!) als auf sich selbst bezogen und sektiererisch angesehen. Wenn Heiden nicht „eure guten Taten sehen“, werden sie „Gott nicht verherrlichen“, oder zumindest nicht auf dieselbe Art. Es ist ein Paradox: Wenn Gemeinden ihre gesamte Energie in den Bekehrungsdienst stecken und nichts dazu beitragen, den Bedürfnissen der Stadt zu dienen, wird ihr Bekehrungsdienst viel schwächer sein. Eine Erfahrung der Gnade führt unweigerlich zu einem Leben, das sich verausgabt im Dienst für die Notleidenden (Jes. 1,10-18; 58,1-10; Jak. 2,14-17). Gott sagte den Israeliten, sie sollen die Bedürfnisse der armen „Fremden“ – Fremdstämmige, die vielleicht Ungläubige sein mögen – erfüllen, weil auch sie früher Fremde in Ägypten waren, und er sie erlöst hat (5. Mose 10,19). Eine Gnadenerfahrung sollte Sie immer dazu führen, besonders Ihren armen, ungläubigen Nachbarn zu lieben.
Biblisch gesehen, führt die durch die Bekehrung erfahrene erlösende Gnade dazu, den Bedürftigen zu helfen und den eigenen Besitz mit ihnen zu teilen. Und wenn die Welt dieses Teilen sieht, und dass „niemand unter ihnen Mangel leidet“ (Apg. 4,34), bewirkt dies überzeugendere evangelistische Zeugnisse (Apg. 4,33). Somit gehen gerecht sein und Gnade predigen Hand in Hand, nicht nur im Leben des einzelnen Christen, sondern auch im Dienst und im Wirken der urbanen Gemeinde.
Es braucht eine Bewegung, um eine Stadt zu erreichen
Eine Stadt wird nicht erreicht durch einige zielstrebige Gemeinden und nicht einmal durch einen Ausbruch von Erweckung und die dadurch Bekehrten. Eine Stadt mit dem Evangelium zu verändern bedingt eine nachhaltige, natürlich wachsende Bewegung verschiedener Dienste und Netzwerke rund um einen Kern neuer Gemeinde-Vermehrungen.
Wie sieht so etwas aus? Christen leben in der Stadt in einer Haltung des Dienens. Neue Unternehmen und gemeinnützige Organisationen erneuern ihren Teil der Kultur auf verschiedene Arten. Gläubige integrieren ihren Glauben in ihre Arbeit, so dass jede Tätigkeit zu einer Aktivität für das Reich Gottes wird. Campus-Dienste und andere evangelistische Organisationen bringen neue christliche Leiter hervor, die sich der Stadt zugehörig fühlen und sich in den Gemeinden und Netzwerken bewegen. Menschen setzen ihre Macht, ihren Reichtum und ihren Einfluss ein für das Wohl derer, die am Rande der Gesellschaft leben, um den Dienst vorwärtszubringen und um neue Gemeinden zu gründen. Gemeinden und einzelne Christen unterstützen und fördern Kunst. Lassen Sie uns das aufschlüsseln:
1. Neue Gemeinden stellen das Herz dieser Evangeliums-Ökosysteme dar. Sie sind der geistliche Sauerstoff für die christlichen Gemeinschaften und Netzwerke, welche über Jahrzehnte die Schwerstarbeit unternehmen, die Städte zu erneuern und zu erlösen. Sie sind die primären Orte für Jüngerschaft und die Vermehrung von Gläubigen, aber auch die finanziellen Zugmaschinen für alle Unternehmungen der Dienste. Deshalb ist dieses Ökosystem die kritische Masse der neuen Gemeinden. Sie müssen evangeliumsorientiert sein, urban, missionarisch/evangelistisch, ausgeglichen, wachsen, sich in vielerlei Hinsicht selbst reproduzieren, über Traditionen hinweggehen sowie Rassen und Gesellschaftsklassen integrieren. Dies ist das Herzstück des Ökosystems.
2. Das Ökosystem fördert auch Evangelisationsnetzwerke und –systeme, die bestimmte Bevölkerungsgruppen erreichen. Zusätzlich zu den Campus-Diensten, die besonders wichtig sind als Zugmaschinen für die Entwicklung neuer Leiter, sind mehrheitlich auch noch weitere wirksame und spezialisierte evangelistische Organisationen notwendig, um die Elite zu erreichen, die Armen, die Muslime, Hindus and andere spezielle kulturelle/religiöse Gruppierungen.
3. Teile dieses Ökosystems sind auch Netzwerke und Organisationen kultureller Leiter innerhalb unterschiedlicher Berufsfelder, z.B. in der Wirtschaft, der Regierung, den Hochschulen, den Künsten und der Medienwelt. Es ist immens wichtig, dass diese Personen in Gemeinden aktiv sind, die sie umsichtig unterrichten und sie für ihr Leben in der Öffentlichkeit unterstützen. Diese Leiter müssen sich auch selbst untereinander verbinden und gegenseitig in ihren Bereichen unterstützen, um auf diese Art neue kulturelle Institutionen und Denkrichtungen hervorzubringen.
4. Eine weitere Kennzeichnung des Ökosystems sind auch die Tätigkeiten und Initiativen der Christen, die dem Frieden und ganz besonders auch den Armen der Stadt dienen. Hunderte und Tausende von gemeinnützigen und gewinnorientierten Firmen müssen entstehen, um jeder Nachbarschaft und allen Bevölkerungsgruppen zu dienen, die in Not sind. Vereinigte und koordinierte Gemeindeverbände und Institutionen sollen auch christlichen Familien und Einzelpersonen dienen und sie für ein langfristiges Leben in der Stadt unterstützen (z.B. Schulen, theologische Akademien und andere Institutionen, die das Stadtleben für Christen über Generationen hinweg tragfähig machen).
5. Zusätzlich hat dieses Ökosystem überlappende Netzwerke der führenden Personen der Stadt. Leiter der Gemeindebewegung, Theologen/Lehrer, Leiter von Institutionen sowie kulturelle Leiter und Schirmherren mit Einfluss, die für die gesamte Stadt richtungsweisend sind.
Wendepunkte
Wenn isolierte Anlässe oder einzelne Dienststellen einen Wendepunkt erreichen, verwandeln sie sich in eine wachsende und nachhaltige Bewegung.
Der Wendepunkt der Evangeliums-Bewegung. Ein Gemeindegründungs-Projekt wird zu einer Bewegung, wenn alle Elemente des Ökosystems etabliert sind und die meisten Gemeinden die Lebendigkeit sowie die richtigen Leiter haben und wenn sie mit der Einstellung vorwärtsgehen, fünf bis sechs Jahre nach ihrer Entstehung eine neue Gemeinde zu gründen. Wenn der Wendepunkt erreicht ist, beginnt eine nachhaltige Bewegung. Ohne irgendwelche Einsatzplanungen und Kontrollen entwickeln und vermehren sich auf ganz natürliche Art genügend neue Gläubige, Leiter, Versammlungen und Dienste. Der Leib Christi in der Stadt finanziert sich selbst, bringt seine eigenen Leiter hervor und führt seine eigenen Schulungen durch. Fortlaufend bildet sich eine genügende Anzahl dynamischer Leiter. Alle sieben bis zehn Jahre verdoppelt sich die Anzahl der Christen und Gemeinden. Wie viele Gemeinden müssen erreicht werden, damit dies geschehen kann? Zwar ist es unmöglich, eine Zahl zu nennen, die für jede Stadt und Kultur Gültigkeit hätte, aber auf jeden Fall müssen alle Elemente des Ökosystems vorhanden und tragend sein.
Der Wendepunk der Stadt. Der Wendepunkt der Evangeliums-Bewegung ist ein wichtiges Ziel. Aber es gibt noch ein zweites. Wenn ein Wendepunkt in der Evangeliums-Bewegung erreicht ist, kann es sein, dass das Ökosystem den Leib Christi zu einem Punkt anwachsen lässt, dass damit ein Wendepunkt der ganzen Stadt erreicht ist. Das ist der Moment, wenn die Anzahl der evangeliumsgeprägten Christen in der Stadt eine solche Größe erreicht, dass der christliche Einfluss auf das städtische und gesellschaftliche Leben der Stadt und ihrer Kultur sichtbar wird und Anerkennung findet. Zum Beispiel verändert sich die Nachbarschaft kaum, wenn weniger als 5 Prozent der Anwohner neue Arten von Zuzüglern sind (reichere, ärmere oder kulturell verschiedene). Berichte von Gefängnisdiensten sagen aus, dass die Anstaltskultur sich verändert, wenn mehr als 10 Prozent der Gefangenen Christen werden. Alles verändert sich dann: Die Beziehungen unter den Gefangenen und zwischen den Gefangenen und den Wärtern. Genauso ist es, wenn die Anzahl neuer Zuzügler – je nach Kultur – 5 bis 20 Prozent erreicht, dann verlagert sich die sittlich-moralische Grundhaltung. In New York City haben einige Gruppen einen deutlich sichtbaren Einfluss auf den Lebensstil, wenn ihre Anzahl mindestens zwischen 5 und 15 Prozent liegt und wenn ihre Mitglieder im öffentlichen Leben aktiv sind.
Wie wahrscheinlich ist es, dass eine urbane Evangeliums-Bewegung so stark wird, dass sie einen Wendepunkt der Stadt erreicht, und dass das Evangelium anfängt, einen offensichtlichen Einfluss auf das Leben und die Kultur der Stadt zu haben? Wir wissen, dass dies durch die Gnade Gottes geschehen kann. Beispiele davon finden wir in der Geschichte. Jedoch erleben nur ganz wenige christliche Leiter, wie z.B. John Wesley, dass die Bewegung, die sie angefangen haben, ein solch großer Erfolg wird. Trotzdem sollten urbane Leiter dies zu ihrem Ziel machen und ihr Leben darin investieren, aber nicht erwarten, dass sie die Früchte ihrer Arbeit noch während ihrer Lebenszeit sehen werden. Dies ist das richtige Gleichgewicht zwischen Erwartung und Geduld, das wir anstreben sollten, wenn wir sehen wollen, dass unsere Städte für Christus geliebt und erreicht werden.
Deutsch Translation by: LGC_Translation
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Stichwörter: Urbane Mission
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Vereinigte Staaten von Amerika
You have a good thought when you say those in cities might be open to new thoughts. I think you are correct because perhaps those in large population areas are exposed (bombarded?) with messages constantly. They, and I’m including myself, would definitely be open to a message that offers the peace and tranquility Christianity offers. The urban mission definitely has the chance to provide an oasis and a different way of thinking. Also, there are so many types of people in an urban area. Exchanging thoughts on any topic, particularly faith, becomes an excited conversation. An evening spent like that is an education in itself.
12.11.2012
China
Reflections on God’s Global Urban Mission
http://conversation.lausanne.org/en/conversations/detail/10282
Tim Keller in an advance paper prepared for Cape Town 2010 addresses the question “What is God’s Global Urban Mission?” In this paper he moves from defining biblically what a city is, then addresses the urban mission movement that can be seen in the Bible and finally addresses what urban mission is today. In what follows I will summarize the key points of each section.
Biblical Definition of a City
In this first section, Keller defines what a city is by stating: “What makes a city is proximity. It brings people and therefore residences, workplaces, and cultural institutions together. It creates street life and marketplaces, bringing about more person-to-person interactions and exchanges in a day than are possible anywhere else.” He derives this biblical definition from the Hebrew word iyr.
Urban Mission in the Bible
In this section Keller discusses the centrality of Jerusalem from which there is a movement outward. Further he highlights the sending of Jonah out into the world to call a pagan city to repentance. Another stage of this outward movement is reached when Israel is in the Babylonian exile. The question is raised – What is the relationship of believers to such a pagan place? Keller finds this question answered in Jeremiah 29, which “holds out a remarkable outline for a believer’s stance toward the city.” Keller outlines in more detail what this stance towards the city looks like.
Keller then raises the question: “Is there any reason to believe that the model for Israel in Babylon should serve as the model for the church?” Keller answers emphatically –YES! He argues, “In exile, Israel no longer existed in the form of a nation-state …. Instead it existed as an international community and counterculture within other nations. This is also now the form of the church, as Peter and James acknowledge when addressing believers as “the dispersion” (James 1:1) and “exiles” (1 Peter 1:1). [….] Peter calls Christians to live in the midst of pagan society in such a way that others see their “good deeds and glorify God” but warns them to expect persecution, nonetheless (1 Peter 2:11-12). [….] Like the Jewish exiles, Christians exiles are to engage in their cities, serving the common good rather than conquering or ignoring them.” Thus the model of Israel in Babylon should serve as the model for the church.
Urban Mission Today
Keller moves in his paper into a reflection on why the cities are so important to the Christian mission. He argues that the context of the city makes it so important for mission. H states: “World cities (10 million plus) are becoming more and more economically and culturally powerful. Cities are the seats of multinational corporations and international economic, social, and technological networks. The technology/communication revolution means that the culture and values of global cities are now being transmitted around the globe to every tongue, tribe, people and nation.” Another reason for the cities significance for Christian mission has to do with the context of cities. Keller writes, “The millions of newcomers in burgeoning cities have characteristics that make them far more open to the Christian faith than they were before arriving. First, they are more open to new ideas, and to change in general, after being uprooted from traditional settings. Second, they greatly need help and support to face the moral, economic, emotional, and spiritual pressures of city life.” Thus cities provide a frugal place for mission efforts.
Keller highlights four characteristics of a church that is contextual and indigenous to a city:
1.) People in urban ministry are aware of the sharp cultural differences between different racial/ethnic groups and socioeconomic classes.
2.) People in urban ministry help people in understanding how they can maintain their Christian practice outside the walls of the church while still participating in the world of the arts and theatre, business and finances, scholarship and learning, and government and public policy.
3.) People in urban ministry need to be able to embrace the city which is full with ironic, edgy, diversity-loving people who have a much higher tolerance for ambiguity and disorder then people from rural settings.
4.) People in urban ministry need to know how to exegete their neighborhoods and look for ways to strengthen the health of their neighborhoods.
Finally Keller describes what God’s global urban mission could look like. Keller believes, that “to change a city with the gospel takes a self-sustaining, naturally growing movement of ministries and networks around a core of new church multiplication.” This is what I believe Redeemer in New York does. He raises the question – What does that look like? His answer to this question is worth reading in its entirety – however here are some highlights. Christians live in the city with a posture of service. They integrate their faith and work. “People use their power, wealth, and influence for the good of others on the margins of society, to advance ministry and to plant new churches.” For Keller, “new churches form the heart of these gospel ecosystems. They provide spiritual oxygen to the communities and networks of Christians who do the heavy lifting over decades, to renew and redeem cities. They are the primary venue for discipleship and the multiplication of believers, as well as the financial engine for all the ministry initiatives.” Keller identifies the gospel movement tipping point as “a church planting project becomes a movement when the ecosystem elements are all in place and most of the churches have the vitality, leaders and mindset to plant another church within five to six years of their own beginnings. Further, there is a city tipping point “that is the moment when the number of gospel-shaped Christians in a city becomes so large that Christians influence on the civic and social life of the city and on the very culture is recognizable and acknowledged.” All these tipping points are reached by God grace.
Reflection
First, I really appreciated how Tim Keller shows us that the model for Israel in Babylon should also serve as the model for the church. I have never seen anyone make the connection so clear. The paper was worth reading for just this one point.
Second, I wonder if all cities that have over 10 million people are equally significant in terms of culture shaping. I know that this is not the focus of the paper, but I wonder what makes some large cities big players and other large cities insignificant? Are there smaller cities that have a similar impact as big cities? These questions seem worth reflecting on.
#dmingml
#capetown2010
22.10.2010
Ecuador
Reaching the cities are crucial, but one must also go where directed by the Spirit of the Lord. In our context, in the Cloud Forest region of Ecuador, it is the sub-urban which impacts the urban more than the other way around. People pass through this region an stop often for rest and tourism. The Gospel bleeds back into the cities via our remote region.
17.10.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
Thanks so much Tim! I particularly loved this statement, "The ecosystem also fosters networks and systems of evangelism that reach specific populations. In addition to campus ministries, which are especially important as a new leader development engine, other very effective, specialized evangelistic agencies are usually necessary to reach the elites, reach the poor, and reach Muslim, Hindu, and other particular cultural/religious groupings."
Seeing the city and larger culture as an ecosystem(s) is right on and helps us to see the great need for contextualized ministry from diverse expressions of the body of Christ.
R. York Moore, National Evangelist, InterVarsity Christian Fellowship USA
12.10.2010
Grossbritannien
Thank you for your insights into a biblical model of urban mission.
I live in a town outside London from where many people commute to work. Our church has many members who work in ’the city’. These people are, in the main, professionals and are often in senior positions. There are particular issues faced by those who spend so much of their work and social time in a completely different location and culture from where they live. They can feel disconnected from the ministry of our church as they struggle to have time to serve in the church and yet are not being equipped for mission in the city. I wonder how such Christians could fit into the kind of urban mission you describe?
11.10.2010
Singapur
Thanks Tim, - great material for thought.
The biblical movement is Garden to City - whilst the City is often portrayed, rightly, as evil, there is a fundamental movement to the city of God and to the cities of men.
Fascinating insight on city size vs density. Nineveh might only have been 250m radius! So 3 days walk wasn’t to cross the city - but maybe to walk all its streets. But density is really important to the spread of ideas and contagions.
I note you refer to Jonah but don’t include an analysis of Jonah’s methods. Again, I suspect Jonah would be the ’how-not-to’ prophet. He could easily have gone directly to the king - (presumably the ’opinion-leader’ in modern marketing analysis). Instead I imagine he was doing an Archimedean spiral around the outskirts of the city. Doesn’t appear that he engaged in holistic ministry, he wasn’t ’seeking the good of the city’ either! How did it work so spectacularly? More testament to God’s workings than an endorsement of Jonah’s method I suspect.
I’m reading a lot about ’tipping points’ and ’critical mass’ at the moment but a lot of this popular writing doesn’t attempt to tie back to coherent analogies. I think a quick example would help a lot of readers. (- if you can find one).
Regarding Tipping Points mentioned - I’m not clear on the differences - what is the difference between the gospel movement TP and the city TP?
I look forward to hearing/reading the final paper.
xyrst
09.10.2010
Vereinigte Arabische Emirate
I was intrigued by the centripetal/centrifugal analogy in the ministry of God’s people. The city on a hill perspective attracts minorities into our believing majority whereas in diaspora ministry God sends out His people as minorities among unbelieving majorities.
I appreciated your insight regarding the lack of awareness, even blindness, of those coming out from a more homogeneous context (p.4). Without exposure to other kinds of thinking and living, we can only be blind to the benefits of others’ peculiar twists in perspective and practice. As believers, we have been commissioned to persuade people regarding the Truth, but evangelical pride that we have The Answer can easily mix in our own non-essential cultural distinctives with the biblical truths that God does want us to proclaim and teach. We do have The Answer, we just need to be careful how many non-essential and unnecessarily offensive practices get mixed into our expectations for the proper Christian life.
The church has done well to increase our awareness of cultural biases in obviously cross-cultural situations. Your paper highlights that the rural/suburban to urban leap is also wrought with cultural pride and the potential for stiff-necked stubbornness on certain non-essentials. You skillfully highlighted foundational differences between the rural/suburban and the urban mindsets. The middle-class suburban church truly is more comfortable with maintaining privacy, safety, homogeneity, control, etc. It can be painfully cross-cultural to welcome chaotic diversity into our church community.
Your conclusion is powerfully inspiring to ‘be’ the church in the city. Our ‘experience of grace inevitably leads to a life poured out in deeds of service to the needy’. (p.5 ¶2)
03.10.2010
Australien
Fantastic contribution to Lausanne Tim--thankyou. Your ministry and teaching through Redeemer has mentored so many. In my context--Brisbane, Australia--it would be awesome to see a city-wide tipping point reached. We have a couple of city wide-initiatives, and some ecumenical prayer among leaders, but it’s hard to sustain with so many churches busy with their particular programs.
So, a few thoughts:
a) I like the approach you suggest from Jeremiah, of a counterculture within the city. Interestingly, Niebuhr’s models of Christ and culture do allow for such an approach, but it’s in his worst expounded chapter, being Christ and culture in paradox. A far better unpacking of this paradox that I’ve found very helpful is John G. Stakchouse’s Making the Best of It: Following Christ in the Real World. There are a lot of tie ins with what you’re saying, of seeking the transformation of a city, while realizing we’re not called to take it over and there will always be tension ... so let’s work toward the shalom of the city and garden faithfully in a mixed field.
b) You suggest we work towards an "ecosystem ... marked by agencies and initiatives produced by Christians to serve the peace of the city, and especially the poor." I love the idea, but presently in my church we have two major barriers despite preaching into a missional vision of engaging culture ...
#1: The bigger our church gets, the more elaborate are our programs, and the busier are our parishioners. We crunched 36 pages of data recently for every volunteer connected with our church, and found that on average they were spending 6 hours within church programs either being fed or discipling other believers to every 1 hour reaching out. Facing the facts, we were ashamed of our poor kingdom stewardship ... if we could start with 300+ volunteer hours per week to work with, I’m sure we wouldn’t invest it like this. We’re facing the challenge of how to downsize our program to intentionally free up and propel our people into city-wide mission. Imagine if for every hour inside church culture, we spent one hour working for the shalom of our city? What an impact this would have! We almost need a planned diaspora to evacuate the Christian bubble.
#2: We are running short on expertise to set up well run holistic programs that actually do make a difference beyond token expressions of care. If I’m getting on a plane, I’d always prefer a non-Christian trained pilot over an inexperienced but well-intentioned Christian. A lot of damage can be done by poorly grounded compassion efforts on a city-wide level. Now, we want to work towards a couple of ecumenical projects that are well thought out, and really make a difference. But for our church right now, we’re trying to build meaningful links with the community. Do the programs bringing shalom have to be Christian initiatives? Following Luke 10, we’re trying to find the person (or organizations) of peace, and form genuine partnerships. As our people are given a solid vision of who we are and what our mission is + how to share the gospel, we’re finding that volunteers can be salt and light very effectively within already established organizations led by professionals.
Granted, some partnerships are "unequally yoked" and may hamstring the gospel. But in general, especially for volunteers, the natural links made with drug rehab centres, tutoring for refugee students, and centres for those differently-abled, have been really fruitful.
Thanks so much for your thoughts ... here’s praying we see even some of what God’s doing in New York make its way to our shores :)
28.09.2010
Argentinien
Muchas gracias por esta prsentación
10.09.2010
Kolumbien
@ MisionGloCal1Scott:
Por fín alguien en español, yo lo entiendo para leer pero no para escribir. Este es un documento muy desafiante, yo sólo agregaría dos puntos más a tener en cuenta.
1. Si bien las personas de las ciudades son más abiertas a los cambios no siempre lo son al Evangelio, por cuanto las grandes ciudades tienen una gran oferta en términos de diversión, fiestas, licores, sexo, etc, que a veces entra en contradicción directa con el evangelio y que hace que no siempre sea tan fácil la aceptación del mismo. De igual forma la iglesia tiene que competir con toda esta oferta que tienen las ciudades en cuanto a diversión, por lo que muchas iglesias se ven desafiadas a innovar en estrategias evangelísticas como el teatro, los conciertos, entre otras para convocar a la gente y poder competir con espacios seculares de distracción y entretenimiento como cines, teatros, discotecas, centros comerciales, teatros, Parques, conciertos, etc.
En segundolugar, las ciudades constituyen un gran desafío a la iglesia por las múltipes situaciones de inequidad social que se presentan en ellas, sobre todo en las ciudades latinoamericanas, como concentración de la riqueza, injusticia social, pobreza en sectores periféficos, entre otros, lo que representan un desafío a la misión integral de la iglesia en las ciudades.
Muchas gracias por todos los aportes, este es un tema muy desafiante.
26.09.2010
Südafrika
A tremendous call to courage and engagement in our cities.
’Because the Christian faith captured the cities...it eventually captured the society.’
While not ignoring the reality of successes in smaller towns, Keller reminds us to turn back towards our major city centres, to serve and witness there and plant hundreds of new churches.
If you’re disappointed by the cultural non-involvement of suburban Christian culture then this paper will inspire you to reconsider ’evangelism’ in the light of becoming active in the multi-faceted culture of city life.
I’m looking forward to hearing Keller at the Congress.
For an example of a local church seeking to engage with the city of Cape Town in ways outlined in this paper check out Jubilee Community Church www.jubilee.org.za
Lex Loizides
http://lexloiz.wordpress.com/
25.09.2010
Ungarn
This is a great vision for global cities (and any cities, really).
I think the most challenging thing in all of this is to convince believers to stay in the city, and to convince church leaders to see the importance of starting new churches in cities.
I think the urban culture (at least in my context) is more ready to accept such churches and movement than we realize.
24.09.2010
Brasilien
I look forward to hearing this paper delivered in person. It is definitely a worth-while address to an ever-growing reality for the global church.
While the paper deals with the strategicness and need for urban mission, maybe a couple of paragraphs of the challenge and complexity of the task and context would be helpful. As far as my denominational tradition, for example, we have avoided or ignored the cities because of its complexity of ministry and because we were once a rural people that are now suburbian. Thus, we have to tool missionaries to hang in there and interpret the cities as they are totally unfamiliar with them and their realities.
Your vision for church (planting) multiplication and for the right ecosytem, well, it is insightful and written in a creative fashion. If I may say, it is classic and visionary Keller. I hope the rest will find it as edifying as I do and something to rally around for thousands of more Gospel-centered and contextually fitted churches in urban contexts.
23.09.2010
China
I recently spent an afternoon discussing this paper with a group of mainland Chinese pastors Bible school teachers. I summarised their comments as an "Experience" on the Lausanne site here
http://conversation.lausanne.org/en/experience/detail/1093
26.07.2010
Thailand
@ Swells_in_the_Middle:
Thank you for uploading this valuable document from leaders in your country. Their points are very valid and worthwhile.
22.09.2010
Australien
Thank you so much Tim for your insights on urban ministry. Whilst cities can be defined by proximity, you also make the excellent point that cities are not singular entities but a multiplicity of varying cultural, ethnic, linguistic, religious and socio-economic groups. To add to this diversity even more, we need to take into account contemporary, trans-urban realities, where people communicate, commute, congregate and cohabitate in multiple city centres. “Home” and “work” can be in several cities at once. For example, my own church, Hillsong, has campuses in Sydney, Brisbane, London, Paris, Cape Town and New York. They link for services via satellite communication, hold to a global vision and share resources. I wonder how this new reality of globalisation affects centripetal and centrifugal movement?
On a recent trip to Israel, I was struck by the fact that, during ancient days, each time a person ventured outside the city walls they were literally taking their life into their hands. Being outside the city meant constant exposure to bandits, enemies, wild animals, elements, accidents, dehydration, etc. Today, constant movement between urban centres has become a way of life. The walls of defence and isolation have begun to crumble. Could this mean that there is the potential to see a mass movement of cities “turned upside-down” (Acts 17)? Perhaps if we tip the balance more on the side of expectation than of patience, we will see such transformations.
20.09.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
In this paper, Dr. Keller has expressed a well-defined urban missional viewpoint that has the potential to reach and transform people and institutions in cities and, in-turn, the culture of which they are a part. In some cases, cities with diverse multinational populations and significant media access, will export these changes cross-culturally around the world. The last two pages represent a hopeful and positive outlook that we are already beginning to see happen in which a “gospel movement tipping point” and a “city tipping point” are reached.
This having been said, there are several issues worthy of further consideration in this presentation. First, it is a leap to define a city the way the ancients may have as “...a ‘mixed use’ walkable human settlement.” In biblical times, cities had to be walkable because one’s feet were the main form of transportation. To use this as a point of contrast for today’s urban and suburban areas fails to recognize the systemic and complex interdependency of metropolitan areas. It underestimates the healthy and diverse interactions that take place in the suburbs as well as in the urban areas. Much has changed since biblical times in transportation, communications, government, economics, and housing. A city is a geographic center of population characterized by residence, commerce, politics, and culture. Today’s understanding of city includes urban and suburban.
Second, I agree that Paul was strategic in his approach to mission. Paul’s calling described in Acts 9 was to take the gospel “...to the Gentiles and their kings.” Paul takes the gospel to the cities because that is where the kings of the Gentiles live and exercise authority. He often gets to their courts in surprisingly unexpected ways.
Paul understood his arrests, the riots, the stonings, imprisonments, and the beatings to be a part of his call. Far from networking his way into a place of cultural influence, it was through suffering and weakness that Paul found he was ushered into the presence of kings and magistrates. These circumstances may not have been the way Paul initially envisioned his taking the gospel to the kings of the Gentiles, but he came to accept and rejoice in suffering hardship as central to God’s plan and a way in which his life became more Christlike.
Third, while church planting is vitally important, there needs to be greater recognition that the kind of mentoring and leadership in all vocational realms are activities that take place beyond the walls or control of any single congregation. This is touched on in point 3 under the idea that “It takes a movement to reach a city.” The distinctions in this case between local congregational discipleship and the more organic features of a movement could be more carefully defined.
Throughout, the presentation could use stories and illustrations. I’m sure that these are in the works as Dr. Keller prepares for this important presentation.
15.09.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
Responding to Tim Keller’s Advance paper for CapeTown2010.
I am always on the lookout for ethnic peoples in urban areas, as it can often lead to a conversation about Christ. On a recent vacation to New York City I was not disappointed. Twice I ran into young men from the Ukraine who rent bicycles in Central Park. The security guard on Times Square was from Mongolia, the hotel clerk from India and several young men selling fabric on the street were from Jamaica. Presently I am living near Milwaukee, WI, but have lived for years in São Paulo, Brazil. In each of these cities, the same kind of ethnic variety can be found. It is evident that the residents of many nations are coming to the cities to work and to live, and not just in the United States. The effect of globalization on ethnic groups and different economic classes is of critical importance for issues of urban mission. The presence of “people groups” and the wide range of economic classes in the mega-cities represent some of the greatest challenges for world evangelization in the mega-cities.
In reading Keller’s paper I have the sense that he may be writing from a perspective that sees “most evangelical churches are middle-class in their corporate culture”, and again, presumably from his personal experience where “urban churches look for ways to strengthen the health of their neighborhoods” and how “evangelism leads to radical sharing of wealth and helping the needy”. I would agree that these latter two descriptive are biblical but like the first item, they might not be normative. Here I am thinking of urban churches in Brazil. The challenge is how to go from an accurate biblical exegesis of “cities”, “urban mission” and “New Testament churches” to an application to the rough and tumble, often brutal and economically challenging realities, especially of modern, non-western cities?
I would like to hear more story-telling of what Keller is attempting to describe, especially when talking about “tipping points” of cities and church planting. Furthermore, the future of ethnic churches in the cities is being seriously questioned as a strategy by some missiologists. I also would like to hear more of what Keller has to say about “people group thinking”and the poor in urban mission. Urban missions in the 21st century must continually come face to face with the reality of urban poverty and the lack of real options and choices for urban dwellers. I hope that we can hear more stories of how “contextual urban churches” are facing these real challenges for the cause of world evangelization.
Douglas Lamp (douglamp@oci.org)
14.09.2010
Philippinen
As an urban planner, your discussion on the theology of the cities provides me with a more wholistic perspective. I will be moderating the multiplex session on embracing the global mission in the afternoon and I want to connect with you directly for some update and arrangemnets on our session. Can you reply to me with your email address. Thanks. Emmanuel M. Luna
05.09.2010
Australien
Thanks for the helpful article. I do have a question.
I am not sure that it is right to say that Paul’s missionary strategy was to go to the city because that would be more strategic. It seems from Acts and the Pauline Epistles that Paul’s strategy was ’first to the Jew and then to the gentile.’ In this case, Paul was going from synagogue to synagogue as can be seen in the book of Acts. Particularly Acts 14:1 and 17:2 reveal that going the synagogue was their custom, or usual way of doing evangelism.
It could be seen Acts 17:1 that Paul did not stop in Amphipolis and Apollonia and simply continued on to Thessalonica because it had a synagogue. Given you needed a certain number of Jews to form a synagogue, it just happens that this is most likely to occur in a large town or city. Another example of Paul’s ’first to the Jew’ strategy can be seen in Act 16:13 where he goes to the river where the Jews would meet and pray when there was no synagogue.
Now I am not advocating this as our strategy, simply saying that it is too simplistic to read a city priority out of Paul’s strategy. I think the question about Jesus’ mission was spot on although I am anxious to draw and strong precedence for the unique, once-off nature of Jesus mission.
31.08.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
What would this look like in a city that is 99% Muslim? Keller mentions that even with pre-existing churches this would take place “over decades.” What if there are no churches to begin with and believers only exist in handfuls? I appeciate the emphasis he places on church planting as the spiritual oxygen to make this vision happen. We do need have the long-view in mind.
28.08.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
@ Warrick_Farah:
Warrick, excellent question, I’d suggest in the spirit that Tim has presented that is through regular believers living and discipling among the lost and not sequested in church-only events. See the attached paper, by Bill Mowry for how the early church grew rapidly though of small number at first. The article was too large to post here, please download (doc name is Early Church at:https://public.me.com/samuelhershey
Dokumente zum Herunterladen
28.08.2010
Vereinigte Staaten von Amerika
Tim,
I was just sent this website article by an expert on cities ...
Why the 21st century will be dominated by the city - http://www.smartplanet.com/business/blog/smart-takes/why-the-21st-century-will-be-dominated-by-the-city/10127/
I wanted to pass this along to you, think you will find it all the more interesting in light of the mission we have before us.
Sam
28.08.2010
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